Inhalt (9 Abschnitte)
- Was kostet die BU mit 35 Jahren – und was daran ist gemessen?
- Wie schnell wächst der Beitrag mit dem Alter?
- Gesamtsumme bis 67: Warum später nicht billiger wird
- Lebenssituation mit 35: Kinder, Immobilie, Verantwortung
- Mit 35 auf die Brutto-Obergrenze schauen
- Der Blick nach vorn: Wann Berufsunfähigkeit häufig eintritt
- Rente und Beitrag mit 35: Was 1.000, 1.500 und 2.000 € bedeuten
- Endalter und Beruf mit 35
- So gehen Sie mit 35 vor
- Mit 35 Jahren liegt der Netto-Zahlbeitrag nach unserer Interpolation rund 7 bis 12 % über dem Wert für 30 Jahre (Faktor 1,07 bis 1,12); gemessen sind nur die Alter 25, 30 und 40 (Erhebung 24.10.2026).
- Beispiel Informatiker/in, Standardprofil mit 1.500 € Rente, Endalter 67: etwa 51 bis 66 € im Monat (Mitte 57 €) statt 46 bis 58 € mit 30 Jahren.
- Weil die Laufzeit nur 32 Jahre beträgt, liegt die Summe bis 67 bei konstantem Beitrag unter der Summe ab 30 – der Schutz beginnt aber später.
- Der Beitrag steigt zwischen 30 und 40 je nach Rechner um etwa 1,4 bis 2,3 % pro Jahr.
Eine BU kostet mit 35 Jahren rund 7 bis 12 % mehr als mit 30 – etwa 51 bis 66 € netto im Monat für Informatiker und Ärzte, 68 bis 113 € für Bürokaufleute und 93 bis 151 € für Elektriker (Standardprofil, 1.500 € Rente, Endalter 67). Gemessen haben wir nur 25, 30 und 40 Jahre; der Wert für 35 ist interpoliert. Stand: Oktober 2026.
Was kostet die BU mit 35 Jahren – und was daran ist gemessen?
Ehrlichkeit zuerst: Der Wert für 35 Jahre ist keine Messung. In unseren drei Online-Rechnern haben wir bei zehn Berufen die Alter 25, 30 und 40 abgefragt, nicht 35. Der Wert für 35 Jahre ergibt sich aus den Altersfaktoren der Rechner, die den Beitrag mit 40 Jahren ins Verhältnis zum Beitrag mit 30 Jahren setzen: 1,151, 1,258 und 1,210. Zwischen den Stützstellen rechnen wir logarithmisch-linear; für die Mitte zwischen 30 und 40 bedeutet das, dass der Faktor die Quadratwurzel des Wertes für 40 Jahre ist. Daraus folgen für 35 Jahre die Faktoren 1,073, 1,122 und 1,100, also ein Aufschlag von etwa 7 bis 12 % auf den Wert für 30 Jahre. Diese Rechnung steht hinter dem BU-Beitrags-Schätzer, der den Anteil gemessener und umgerechneter Werte bei jeder Ausgabe nennt.
| Beruf | 30 Jahre (gemessen) | 35 Jahre (interpoliert) | 40 Jahre (gemessen) |
|---|---|---|---|
| Informatiker/in | 46 € – 58 € | 51 € – 66 € | 58 € – 74 € |
| Bürokaufmann/-frau | 61 € – 102 € | 68 € – 113 € | 77 € – 125 € |
| Elektriker/in | 83 € – 141 € | 93 € – 151 € | 102 € – 162 € |
| Gesundheits- und Krankenpfleger/in | 135 € – 187 € | 151 € – 200 € | 167 € – 215 € |
| Maler/in und Lackierer/in | 169 € – 210 € | 190 € – 235 € | 210 € – 262 € |
Auf der Zeile für den Elektriker ist zu sehen, was „interpoliert“ praktisch bedeutet: Der Wert liegt zwischen den Messwerten und stützt sich auf sie, kann aber im Einzelfall um einige Euro abweichen, weil Rechner Preise nicht glatt über die Jahre staffeln. Wer es genauer braucht, sollte den Wert nicht aus einer Tabelle ablesen, sondern ein Angebot für sein Alter einholen.
Wie schnell wächst der Beitrag mit dem Alter?
Aus den Faktoren lässt sich eine Jahresrate ableiten. Zwischen 30 und 40 Jahren wuchs der Beitrag je nach Rechner um rund 1,4 %, 2,3 % und 1,9 % pro Jahr. Das klingt klein. Es summiert sich aber: Wer fünf Jahre wartet, zahlt 7 bis 12 % mehr, wer zehn Jahre wartet, 15 bis 26 % mehr (rund 15 bis 26 % höher als mit 30 Jahren (Faktor 1,15 bis 1,26)). Das Ganze ist eine Aussage über unsere drei Rechner, nicht über jeden Tarif. Dass Beiträge mit dem Eintrittsalter steigen, ist allerdings Grundprinzip: Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wächst mit dem Alter, und die Zeit, in der Beiträge angespart werden, wird kürzer.
Gesamtsumme bis 67: Warum später nicht billiger wird
Mit 35 bleiben bis 67 noch 32 Beitragsjahre. Das macht die Rechnung interessant: Der Monatsbeitrag steigt, die Gesamtsumme bei konstantem Beitrag sinkt. Die folgende Modellrechnung zeigt es für den Informatiker mit der Mitte der Rechner. Die Werte für 35, 45 und 50 sind berechnet, nicht gemessen; es gibt weder Dynamik noch Anpassung des Zahlbeitrags.
| Eintrittsalter | Mitte pro Monat | Beitragsjahre | Summe bis 67 |
|---|---|---|---|
| 25 Jahre | 46,77 € | 42 | 23.572 € |
| 30 Jahre | 52,16 € | 37 | 23.157 € |
| 35 Jahre (interpoliert) | 57,05 € | 32 | 21.909 € |
| 40 Jahre | 61,89 € | 27 | 20.052 € |
| 45 Jahre (hochgerechnet) | 68,07 € | 22 | 17.971 € |
| 50 Jahre (hochgerechnet) | 74,87 € | 17 | 15.274 € |
Die niedrigere Summe ist kein Sparvorteil, sondern die Folge davon, dass die Absicherung später beginnt – in den Jahren davor ist das Einkommen ungeschützt. Hinzu kommt, was die Tabelle nicht erfasst: Wer später beginnt, hat in der Regel eine längere Gesundheitshistorie, die in den Antrag einfließen kann. Wie viel das ausmacht, lässt sich nur im Einzelfall klären, und eine Preisrechnung kann es nicht abbilden.
Lebenssituation mit 35: Kinder, Immobilie, Verantwortung
Mit 35 steht vielen die dichteste Phase der Verpflichtungen bevor oder ist schon im Gang: Kinder, Wohneigentum, Kredite, Partner, die auf das Einkommen angewiesen sind. Die Rente soll nicht nur den eigenen Lebensunterhalt, sondern auch laufende Raten tragen. Finanztip rät, möglichst 80 % des aktuellen Nettos abzusichern; Stiftung Warentest nennt keine Prozentzahl, rät aber zu einer Rente, die auch die Altersvorsorge weiter bezahlen lässt (Stand 19.05.2026). Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt bei 1.041 € pro Monat, und sie ist an Voraussetzungen gebunden: drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren und fünf Jahre allgemeine Wartezeit. Das Verhältnis aus Rentenwunsch und gesetzlicher Rente bestimmt, wie groß die private Lücke ist; der BU-Rentenhöhe-Rechner rechnet es durch.
Besonders wichtig ist die Frage, ob eine bestehende BU mitgewachsen ist. Wer mit 25 oder 30 abgeschlossen hat, hat womöglich eine Rente gewählt, die heute zu niedrig ist. Eine Nachversicherungsgarantie kann helfen, wenn sie vereinbart wurde und die Anlässe passen; ohne sie bedeutet eine Erhöhung einen neuen Antrag mit Gesundheitsprüfung. Wie solche Erhöhungen ablaufen können, behandelt BU-Rente erhöhen.
Mit 35 auf die Brutto-Obergrenze schauen
Die Monatszahl mit 35 ist wie in jedem Alter ein Netto-Zahlbeitrag, und dahinter steht ein höherer Tarifbeitrag. Bei dem Rechner, der beide Werte nennt, lag dieser durchgängig beim 1,515-Fachen. Auf den Informatiker mit 35 Jahren übertragen, hieße das: Aus 57,05 € netto würden rechnerisch 86,43 € brutto im Monat, und über 32 Jahre wären aus 21.909 € höchstens rund 33.200 € geworden. Das ist die Obergrenze des Modells, nicht die Erwartung, und sie gilt nur, wenn der Zahlbeitrag bis zum Tarifbeitrag steigt. Wer mit 35 abschließt, hat die Obergrenze länger vor sich als jemand mit 50; zugleich kann er einen Anstieg leichter verkraften, weil das Einkommen in der Regel noch wächst. Beides ist eine Abwägung, die nicht der Rechner trifft, sondern der Vergleich der Angebote. Mehr dazu unter Nettobeitrag und Bruttobeitrag.
Der Blick nach vorn: Wann Berufsunfähigkeit häufig eintritt
Das häufigste Eintrittsalter der Berufsunfähigkeit liegt laut Finanztest bei 47 bis 55 Jahre (Stand 19.05.2026). Von 35 Jahren aus sind das 12 bis 20 Jahre. Die Statistik der Deutschen Aktuarvereinigung bezieht sich auf privat BU-Versicherte und ist nicht auf die Gesamtbevölkerung oder einzelne Berufe übertragbar; als häufigste Ursache nennt Morgen & Morgen (Stand April 2026) psychische Erkrankungen mit 32,3 %, vor dem Bewegungsapparat mit 17,6 % und Krebs mit 16,3 %. Diese Zahlen sollen nichts Dramatisches suggerieren. Sie zeigen nur, dass die Jahre ab 40 für die Absicherung zentral sind – und dass ein Vertrag, den man mit 35 schließt, genau auf diese Zeit zielt. Die Ursachen sind berufsübergreifend: Finanztest betont, dass die Psyche unabhängig vom Beruf die Hauptursache ist.
Rente und Beitrag mit 35: Was 1.000, 1.500 und 2.000 € bedeuten
Der Rentenfaktor ist fast unabhängig vom Alter. Für den Informatiker rechnet der Schätzer mit 35 Jahren etwa 34 bis 44 € für 1.000 €, 51 bis 66 € für 1.500 € und 69 bis 87 € für 2.000 € Rente im Monat. Wer sich zwischen den drei Stufen entscheidet, sollte mit dem Bedarf rechnen, nicht mit dem Beitrag: Der Beitrag steigt fast proportional zur Rente; die Lücke zur gesetzlichen Rente wächst ebenfalls mit dem Wunsch. Die Zahlen zur Rentenhöhe finden Sie ausführlich unter Beitrag und Rentenhöhe.
Endalter und Beruf mit 35
Das Endalter 67 entspricht mit 32 Jahren Restlaufzeit einem langen Vertrag; wer 65 wählt, senkt laut Finanztip den Beitrag, schützt aber nur bis dahin. Für körperlich belastende Berufe ist das Endalter ohnehin knapper: Einzelne Rechner boten für Maurer, Dachdecker oder Altenpfleger nur Endalter 60 bis 65 an. Mit 35 Jahren stellt sich außerdem häufiger die Frage nach einem Berufswechsel oder der Selbstständigkeit. Die BU richtet sich nach dem zuletzt ausgeübten Beruf (§ 172 Abs. 2 VVG); was bei einem Wechsel mit Beitrag und Leistung geschieht, regeln die Bedingungen. Der Experte prüft das gern mit Ihnen.
So gehen Sie mit 35 vor
- Rechnen Sie Ihr Profil im Schätzer mit Alter 35 und prüfen Sie, ob der Anteil gemessener Werte hoch genug ist; der Wert für 35 ist immer umgerechnet.
- Gleichen Sie die Rentenlücke ab: Wunschrente, gesetzliche Rente, vorhandene Verträge.
- Wenn bereits eine BU besteht, prüfen Sie Nachversicherungsgarantie und Erhöhungsanlässe in den Bedingungen.
- Starten Sie den BU-Kosten-Check – ohne Gesundheitsfragen; ein Experte aus dem Partnernetzwerk vergleicht danach passende Angebote.
Orientierung, kein Angebot. Die Werte für 35 Jahre sind eine Umrechnung zwischen zwei Messpunkten für gesunde Nichtraucher. Wir empfehlen keinen Tarif und keinen Versicherer.
BU-Kosten-Kompass kostenlos per E-Mail
Beitrag nach Beruf, Alter und Rente, Netto und Brutto, Rentenhöhe, Steuer und Fragen an den Berater. Ohne Gesundheitsangaben.
- Beitragsspannen nach Berufsgruppe aus eigener Erhebung
- Checkliste: Netto, Brutto, Dynamik, Endalter
- Steuer in Kürze: Beitrag absetzen, Rente versteuern
Geschafft! Vielen Dank! Wir senden Ihnen Ihr Ergebnis per E-Mail. Innerhalb der nächsten 24 Stunden (werktags) meldet sich der passende Spezialist aus unserem Partnernetzwerk telefonisch bei Ihnen – 100 % kostenlos und unverbindlich.
Mein BU-Kosten-Kompass (PDF)Häufige Fragen
Wie viel kostet eine BU mit 35 Jahren?
Interpoliert zwischen unseren Messwerten für 30 und 40 Jahre rund 51 bis 66 € netto pro Monat für Informatiker und Ärzte, 68 bis 113 € für Bürokaufleute und 93 bis 151 € für Elektriker (Standardprofil, 1.500 € Rente, Endalter 67). Der Wert für 35 Jahre ist nicht gemessen, sondern berechnet.
Wie kommen Sie auf die Werte für 35 Jahre?
Je Rechner wird der Beitrag mit dem Faktor für 40 Jahre relativ zu 30 Jahren verknüpft und logarithmisch-linear aufgeteilt; mit 35 Jahren ergibt das die Quadratwurzel des Faktors für 40 Jahre, also 1,07 bis 1,12. Die Methode steht im Faktenblatt der Datenseite.
Ist die BU mit 35 noch günstig?
Pro Monat liegt sie rund 7 bis 12 % über dem Wert für 30 Jahre. Ob sie günstig ist, hängt vom Beruf ab: Der Unterschied zwischen Berufsgruppen ist größer als der zwischen 30 und 35 Jahren.
Soll ich mit 35 nachversichern oder neu abschließen?
Wer bereits einen Vertrag mit Nachversicherungsgarantie hat, kann die Rente bei bestimmten Anlässen ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen. Ob und wann das möglich ist, steht in den Bedingungen. Ein Experte kann die Optionen gegenüberstellen.
Welche Rente brauche ich mit 35?
Finanztip empfiehlt, möglichst 80 % des aktuellen Nettogehalts abzusichern (Stand 27.05.2026). Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente lag bei neu bewilligten Renten 2024 im Schnitt bei 1.041 €.
Quellen
- Eigene Erhebung: BU-Beiträge in drei Online-Rechnern (Zusatzzeilen 25/30/40 Jahre), Abruf 24.10.2026 – Methode und CSV auf der Datenseite; 35 Jahre = eigene Interpolation
- Stiftung Warentest (Finanztest): Berufsunfähigkeitsversicherung im Test – 19.05.2026
- Finanztip: Berufsunfähigkeitsversicherung – Was kostet eine BU? – Stand 27.05.2026
- Rentenversicherungsbericht 2025 (BT-Drs. 21/3080), Bundestag hib 723/2025 – 22.12.2025
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung (Beitrag nach Beruf, Alter und Rente, Netto und Brutto, Rentenhöhe, Steuer) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler und kein Versicherer; Beitragswerte sind Ergebnisse unserer Erhebung in Online-Rechnern (24.10.2026) und kein Angebot. Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Herausgeber: BU-Kosten.de. BU-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.