Rentenhöhe

Wie hoch sollte die BU-Rente sein? Drei Wege zur passenden Höhe

Die Rentenhöhe ist die wichtigste Stellschraube der BU: Sie bestimmt, was im Ernstfall bleibt, und fast proportional, was Sie jeden Monat zahlen.

Redaktion BU-Kosten.de Aktualisiert am 25. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit
Inhalt (10 Abschnitte)
  1. Warum die Rentenhöhe so viel entscheidet
  2. Weg 1: Prozent vom Netto
  3. Weg 2: Das Haushaltsbudget
  4. Weg 3: Die Lücke zur gesetzlichen Absicherung
  5. Was die Versicherer zulassen
  6. Was kostet die jeweilige Höhe?
  7. Drei Modellfälle, drei Ergebnisse
  8. Starten Sie kleiner, wenn das Budget eng ist
  9. Die Höhe regelmäßig überprüfen
  10. Grenzen jeder Rentenhöhe-Rechnung
Das Wichtigste in Kürze
  • Als Orientierung nennt Finanztip möglichst 80 % des aktuellen Nettogehalts; Versicherer begrenzen die Rente oft auf 60 bis 70 % des Bruttogehalts (Stand 27.05.2026). Die Stiftung Warentest nennt keine Prozentzahl.
  • Drei Wege führen zur Zahl: Prozent vom Netto, Haushaltsbudget (Fixkosten plus Vorsorge) und Lücke zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente (Ø neu bewilligt 2024: 1.041 €).
  • Der Beitrag steigt fast proportional mit der Rente: 1.000 € kosteten rund zwei Drittel des Beitrags für 1.500 €, 2.000 € rund ein Drittel mehr (eigene Erhebung, 24.10.2026).
  • Die Rente muss nicht ab dem ersten Tag das Maximum sein; eine Nachversicherung kann sie später erhöhen, wenn der Vertrag das vorsieht.

Als Orientierung für die BU-Rente nennt Finanztip möglichst 80 % des aktuellen Nettogehalts; Versicherer begrenzen die Rente oft auf 60 bis 70 % des Bruttogehalts (Stand 27.05.2026). Die Stiftung Warentest nennt keine Prozentzahl. Welche Höhe zu Ihnen passt, zeigen drei Wege: Prozent vom Netto, Haushaltsbudget und die Lücke zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

Warum die Rentenhöhe so viel entscheidet

Bei der BU gibt es viele Schalter, aber wenige, die so direkt wirken wie die Rente. Sie legt fest, welchen Lebensstandard Sie im Ernstfall halten können, und sie bestimmt, was Sie bis dahin zahlen. Unsere Erhebung (24.10.2026, drei Online-Rechner) zeigt, wie eng beides zusammenhängt: 1.000 € Rente kosteten rund zwei Drittel (Faktor 0,67) des Beitrags für 1.500 €, 2.000 € rund ein Drittel mehr (Faktor 1,33). Wer 500 € mehr Rente wählt, zahlt also ein Drittel mehr Beitrag; wer 500 € weniger wählt, spart rund ein Drittel. Die Entscheidung ist deshalb nie „so viel wie möglich“, sondern eine Abwägung.

Der Rest dieser Seite führt durch drei Methoden. Sie ergänzen sich; in der Praxis lohnt es, mit allen dreien zu rechnen und die Ergebnisse nebeneinanderzulegen. Wer lieber direkt rechnet, nutzt den BU-Rentenhöhe-Rechner.

Weg 1: Prozent vom Netto

Die einfachste Methode nimmt Ihr Nettoeinkommen und legt einen Anteil fest. Finanztip rät, möglichst 80 % des aktuellen Nettogehalts abzusichern (Stand 27.05.2026). Die Stiftung Warentest nennt keine Zahl, rät aber zu einer Rente, die auch die Weiterzahlung der Altersvorsorge ermöglicht. Zur Veranschaulichung eine Tabelle mit Orientierungswerten:

Orientierungswerte für die BU-Rente bei verschiedenen Nettoeinkommen und Anteilen (Modellrechnung, ohne Berücksichtigung der gesetzlichen Rente). Quelle: Anteil 80 % nach Finanztip, Stand 27.05.2026; eigene Rechnung. Stand: Oktober 2026.
Netto pro Monat70 %80 %90 %
1.800 €1.260 €1.440 €1.620 €
2.400 €1.680 €1.920 €2.160 €
3.200 €2.240 €2.560 €2.880 €
4.500 €3.150 €3.600 €4.050 €

Die Stärke der Methode ist die Schnelligkeit, ihre Schwäche die Grobheit: Sie sagt nichts darüber, was Sie tatsächlich brauchen. Und sie kollidiert mit der Obergrenze der Versicherer. Bei einem Brutto von 3.900 € liegen 60 bis 70 % bei 2.340 € bis 2.730 €; wer auf 80 % seines Nettos von 2.800 € kommt, also 2.240 €, bleibt gerade darunter. Bei hohem Netto-Brutto-Verhältnis, etwa bei Beamten oder Selbstständigen, kann die Rechnung anders ausfallen. Warum 80 % ein Orientierungswert und kein Naturgesetz sind, behandelt die Seite 80 Prozent vom Netto.

Weg 2: Das Haushaltsbudget

Die zweite Methode beginnt bei den Ausgaben. Sie addieren, was im Ernstfall weiterlaufen muss: Miete oder Kreditrate, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität, Kinder, Vorsorge. Das ergibt eine Zahl, die unabhängig vom bisherigen Netto ist. Der Vorteil: Sie sehen, wie viel Spielraum Sie haben, wenn Sie Ausgaben reduzieren würden. Der Nachteil: Der Ernstfall verändert die Ausgaben ebenfalls – Pflege, Reha, Hilfsmittel und Mehrkosten sind schwer vorherzusagen.

Modell-Haushaltsbudget für einen Single-Haushalt zur Veranschaulichung der Methode. Alle Werte sind Annahmen, keine Statistik. Stand: Oktober 2026.
PostenBetrag pro Monat
Miete und Nebenkosten850 €
Lebensmittel, Haushalt, Kleidung500 €
Mobilität150 €
Versicherungen (ohne BU)120 €
Altersvorsorge weiterführen200 €
Freizeit, Rücklagen, Sonstiges250 €
Summe2.070 €

Wichtig an diesem Weg ist die Altersvorsorge: Wer berufsunfähig wird, hört auf, in die gesetzliche Rente einzuzahlen. Die Stiftung Warentest rät deshalb, die Rente so zu wählen, dass auch die Vorsorge weiter bezahlt werden kann (19.05.2026). Das gehört in die Rechnung, nicht in den Puffer.

Weg 3: Die Lücke zur gesetzlichen Absicherung

Die dritte Methode fragt, was der Staat bereits abdeckt, und versichert nur den Rest. Das klingt effizient und ist es auch, wenn man die gesetzliche Rente richtig einschätzt. Die durchschnittliche neu bewilligte Erwerbsminderungsrente betrug 2024 1.041 € pro Monat bei rund 171.000 Neuzugängen. Voraussetzung sind 3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren und 5 Jahre allgemeine Wartezeit; Berufsschutz gibt es nur für vor dem 2. Januar 1961 Geborene. Für Erwerbstätige ohne ausreichende Pflichtbeiträge, etwa Selbstständige, Berufseinsteiger oder Beschäftigte mit längeren Lücken, kann der Anspruch ganz entfallen. Die gesetzliche Absicherung gehört deshalb als Annahme in die Rechnung, nicht als sicherer Posten.

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente im Vergleich zu gängigen BU-Renten

Durchschnittlich neu bewilligte EM-Rente 2024 in Euro pro Monat – im Vergleich zu Beispiel-BU-Renten (Illustration)

0 €1.000 €2.000 €3.000 €1.041Ø neue EM-Rente 20241.000BU-Rente 1.000 €1.500BU-Rente 1.500 €2.000BU-Rente 2.000 €

Durchschnittliche neu bewilligte Erwerbsminderungsrente 2024: Rentenversicherungsbericht 2025, BT-Drs. 21/3080, hib 723/2025. BU-Renten sind frei gewählte Beispiele. EM-Rente setzt u. a. fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus (§ 43 SGB VI).

Der Weg über die Lücke eignet sich als Plausibilitätsprüfung für die beiden anderen: Haben Sie Anspruch auf EM-Rente laut Ihrer Renteninformation, können Sie den erwarteten Betrag von Ihrem Bedarf abziehen. Haben Sie keine Information, rechnen Sie vorsichtig mit null. Zur gesetzlichen Seite gibt EM-Rente und BU weiterführende Informationen.

Was die Versicherer zulassen

Die berechnete Zahl ist nicht immer die versicherbare. Versicherer begrenzen die Rente am Einkommen, oft auf 60 bis 70 % des Bruttogehalts (Finanztip, 27.05.2026). Dahinter steht der Gedanke, dass die Rente Einkommen ersetzen, nicht übersteigen soll. Für Einsteiger, Studierende und Auszubildende gelten häufig eigene, niedrigere Grenzen. Der Antrag enthält deshalb Angaben zum Einkommen, die der Versicherer prüft. Eine zu hohe Wunschrente führt nicht zwingend zur Ablehnung, aber zu einer Kürzung oder Rückfrage.

Der Finanztest 2026 nennt als Modellkunden unter anderem einen Controller (30 Jahre) mit 2.400 €, einen Mechatroniker (25 Jahre) mit 1.600 €, eine Medizinische Fachangestellte (25 Jahre) mit 1.400 € und einen BWL-Studenten (20 Jahre) mit 1.500 € Monatsrente, jeweils Nichtraucher und Laufzeit bis 67 (19.05.2026). Diese Beispiele zeigen, dass Fachleute je nach Beruf und Einkommen sehr unterschiedliche Höhen ansetzen – ein Argument gegen Pauschalwerte.

Was kostet die jeweilige Höhe?

Für die Beitragsseite haben wir in drei Online-Rechnern gemessen, wie stark die Rentenhöhe wirkt. Die Tabelle zeigt Spannen für drei Berufe; die vollständigen Zahlen stehen auf der Seite Beitrag und Rentenhöhe.

Gemessene Netto-Zahlbeiträge pro Monat bei 1.000 €, 1.500 € und 2.000 € BU-Rente (30 Jahre, Endalter 66/67): Spanne über die Rechner. Quelle: eigene Erhebung, Abruf 24.10.2026. Stand: Oktober 2026.
Beruf1.000 €1.500 €2.000 €
Bürokaufmann/-frau41 € – 69 €61 € – 102 €81 € – 136 €
Elektriker/in55 € – 94 €83 € – 141 €111 € – 188 €
Gesundheits- und Krankenpfleger/in90 € – 125 €135 € – 187 €180 € – 249 €

Drei Modellfälle, drei Ergebnisse

Zur Veranschaulichung rechnen wir drei erfundene Haushalte durch. Es sind Modellrechnungen, keine Empfehlungen und keine Aussagen über reale Personen.

Berufsstarterin, Single

Netto 2.400 €, Budget 1.700 € plus 150 € Vorsorge. Methode 1 ergibt bei 80 % rund 1.920 €, Methode 2 rund 1.850 €. Sie liegen nahe beieinander; ein Start mit 1.500 € plus Nachversicherungsoption wäre eine Option, die den Beitrag niedrig hält.

Alleinverdiener mit zwei Kindern

Netto 3.400 €, Budget 3.100 €. Methode 1 ergibt 2.720 €, Methode 2 deutlich mehr, weil Kinder und Miete hoch sind. Hier entscheidet die Obergrenze der Versicherer, ob die volle Summe überhaupt versicherbar ist.

Paar, zwei Einkommen

Zusammen netto 5.200 €, jeder trägt die Hälfte der Fixkosten. Fällt ein Einkommen aus, trägt das andere weiter; ein Teil der Lücke ist damit gedeckt. Die BU-Rente kann niedriger ausfallen als bei einem Alleinverdiener.

Die Fälle zeigen: Die Methoden führen zu ähnlichen Größenordnungen, wenn das Budget zum Netto passt, und zu abweichenden, wenn Verpflichtungen den Bedarf treiben. Der zweite Fall ist der klassische Konflikt zwischen Bedarf und Versicherbarkeit. Weitere Einzelheiten zu Verpflichtungen finden Sie auf den Seiten BU und Familie und BU und Kredit.

Starten Sie kleiner, wenn das Budget eng ist

Wer nicht gleich die Wunschrente bezahlen kann, startet klein und baut auf. Eine niedrigere Rente senkt den Beitrag fast proportional. Eine Nachversicherungsgarantie, soweit der Vertrag sie enthält, erlaubt bei bestimmten Anlässen wie Heirat oder Geburt eine spätere Erhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung; der Experte erklärt die Klausel im Angebot. Ein späteres Endalter hebt die Leistung, ein früheres senkt den Beitrag, kostet aber Rentenjahre. Mit dem BU-Beitrags-Schätzer sehen Sie, wie sich die Optionen auf Ihren Beitrag auswirken.

Wie viel Sie insgesamt für die BU ausgeben sollten, hängt von Ihrem Budget ab; Orientierung liefert Wie viel darf eine BU kosten?.

Die Höhe regelmäßig überprüfen

Eine einmal gewählte Rente bleibt nicht ewig richtig. Gehaltssteigerungen, ein Umzug, ein Kind oder ein Kredit verschieben den Bedarf, die Inflation schmälert die Kaufkraft einer festen Rente. Planen Sie deshalb alle paar Jahre eine kurze Prüfung ein: Stimmt die Rente noch zu Ihrem Netto? Gibt es Anlässe, bei denen Sie nachversichern dürfen? Und passt die Dynamik zu Ihren Erwartungen? Das kostet eine halbe Stunde und verhindert, dass ein Vertrag aus der Berufsstart-Zeit Ihre heutige Lage kaum noch abbildet.

Grenzen jeder Rentenhöhe-Rechnung

  • Keine Methode kennt Ihre Zukunft: Familie, Gehalt und Ausgaben ändern sich.
  • Die gesetzliche Rente hängt von Ihrer Versicherungsbiografie ab; der Durchschnittswert von 1.041 € ist kein Anspruch.
  • Die private BU-Rente wird nur mit dem Ertragsanteil besteuert (bei einer Rente bis zum Endalter nach der Laufzeit, z. B. 23 % bei 22 Jahren, § 55 Abs. 2 EStDV); der Steuereffekt ist in den Modellrechnungen oben nicht berücksichtigt, siehe BU und Steuer.
  • Der Orientierungswert ist keine Versicherungsberatung und keine Tarifempfehlung.

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Häufige Fragen

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Als Faustregel nennt Finanztip möglichst 80 % des Nettogehalts (Stand 27.05.2026). Versicherer begrenzen die Rente oft auf 60 bis 70 % des Bruttogehalts. Ihre persönliche Höhe hängt von Fixkosten, Vorsorgebeiträgen und der gesetzlichen Absicherung ab.

Reichen 1.000 Euro BU-Rente?

Das kommt auf Ihre Ausgaben an. 1.000 € liegen knapp unter der durchschnittlichen neu bewilligten Erwerbsminderungsrente von 1.041 € (2024), die aber Pflichtbeiträge voraussetzt. Als Baustein neben anderen Einkünften kann 1.000 € genügen, als alleinige Absicherung eher selten.

Wie viel kostet es, die Rente zu erhöhen?

Fast proportional: In unserer Erhebung kosteten 1.000 € Rente rund das 0,67-Fache und 2.000 € rund das 1,33-Fache des Beitrags für 1.500 € (Stand 24.10.2026).

Darf ich so viel versichern, wie ich möchte?

Nein. Versicherer begrenzen die versicherbare Rente am Einkommen, oft auf 60 bis 70 % des Bruttos. Die genaue Grenze nennt der Anbieter im Antrag.

Soll die Altersvorsorge in der BU-Rente enthalten sein?

Die Stiftung Warentest rät, die Rente so hoch zu wählen, dass auch die Altersvorsorge weiter bezahlt werden kann (19.05.2026). Rechnen Sie deshalb laufende Vorsorgebeiträge in Ihren Bedarf ein.

Quellen

  1. Finanztip: Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung? – Stand 27.05.2026
  2. Stiftung Warentest: Berufsunfähigkeitsversicherung im Test (Finanztest 06/2026) – 19.05.2026
  3. Deutscher Bundestag: Rentenversicherungsbericht 2025 (Drs. 21/3080), hib 723/2025 – 22.12.2025
  4. § 43 SGB VI – Rente wegen Erwerbsminderung – abgerufen 24.10.2026
Redaktion BU-Kosten.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung (Beitrag nach Beruf, Alter und Rente, Netto und Brutto, Rentenhöhe, Steuer) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler und kein Versicherer; Beitragswerte sind Ergebnisse unserer Erhebung in Online-Rechnern (24.10.2026) und kein Angebot. Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Herausgeber: BU-Kosten.de. BU-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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