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BU-Kosten nach Beruf: Berufsgruppen im Preisvergleich 2026

Der Beruf ist der größte Preistreiber der BU. Diese Übersicht ordnet sechs Berufsgruppen nach unserer Erhebung (24.10.2026) ein – mit Spannen, Ausreißern und den Fragen, die Sie dem Experten stellen sollten. Die gute Nachricht: In Büro-, Ingenieur- und akademischen Berufen gibt es die BU oft ab rund 45–60 € im Monat.

Redaktion BU-Kosten.de Aktualisiert am 25. Oktober 2026 14 Min. Lesezeit
Inhalt (18 Abschnitte)
  1. Wie unterscheiden sich die Berufsgruppen im Preis?
  2. IT, Technik, Ingenieure und Recht: die günstigste Gruppe
  3. Büro, Handel und Medien: dazwischen
  4. Heilberufe und Pflege: zwei Welten in einer Gruppe
  5. Soziales, Bildung und öffentlicher Dienst: Endalter-Grenzen
  6. Handwerk und Industrie: Bau und Technik trennen sich
  7. Gastronomie, Dienstleistung, Logistik und Grün
  8. Was Berufe mit dem Preis machen – drei Beispiele
  9. Wie wir die Berufe gruppiert haben – und warum das nur eine Hilfe ist
  10. Wo die Rechner weit auseinanderliegen – und wo nicht
  11. Dieselbe Tätigkeit, andere Stufe: Was Rechner zusätzlich fragen
  12. Endalter-Grenzen: Wenn der Vergleich hinkt
  13. Studium und Ausbildung: Der günstigste Einstieg
  14. Berufswechsel: Was dann mit dem Beitrag passiert
  15. Drei Rundgänge: So finden Sie Ihren Preis
  16. So nutzen Sie die Übersicht für Ihre Entscheidung
  17. Was dieser Vergleich nicht zeigt
  18. Welche Fragen sollten Sie Ihrem Berater stellen?
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Mitte der Rechner (Median der Berufs-Mitten je Gruppe, Standardprofil 30 Jahre, 1.500 €, Endalter 67) lag bei IT, Technik, Ingenieure und Recht bei 52,16 €, Büro, Handel und Medien bei 83,25 €, Heilberufen/Pflege bei 92,88 €, Soziales/Bildung/öffentlicher Dienst bei 119,38 €, Handwerk/Industrie bei 146,28 € und Gastronomie, Dienstleistung, Logistik und Grün bei 151,51 €.
  • Innerhalb der Gruppen gibt es große Unterschiede: Ärzte lagen bei 52 €, Altenpfleger bei 228 €.
  • Für Bau-Handwerk, Beamte und einige Pflege-/Rettungsberufe boten Rechner nur ein verkürztes Endalter an (55 bis 65).
  • Ob Ihr Beruf in eine günstigere Stufe passt, vergleicht der Experte anhand Ihrer Tätigkeitsbeschreibung; die komplette Tabelle mit 60 Berufen steht auf der Datenseite.

Nach unserer Erhebung vom 24.10.2026 liegt die Mitte der BU-Beiträge im Standardprofil bei Ingenieuren, Juristen und IT-Berufen um 52 € pro Monat, im Büro bei 83 €, bei Heilberufen und Pflege bei 93 €, im Handwerk bei 146 € und in Gastronomie und Logistik bei 152 € – ein Unterschied vom Dreifachen. Die gute Nachricht: Ingenieur-, IT-, Rechts- und akademische Heilberufe liegen mit einer Mitte von rund 47–54 € im Monat im unteren Bereich, viele Büroberufe beginnen ab rund 46–61 € – die BU ist dort bezahlbarer, als viele denken. Stand: Oktober 2026.

Wie unterscheiden sich die Berufsgruppen im Preis?

Die Tabelle fasst sechs Berufsgruppen zusammen. „Mitte“ ist der Median der Berufs-Mitten, „günstigster“ und „teuerster Wert“ sind die Extremwerte aller Rechner und Tarife innerhalb der Gruppe. Die Zuordnung der Berufe zu Gruppen ist unsere, nicht die eines Versicherers. Jeder einzelne Beruf mit Spanne und Hinweisen steht auf der Datenseite BU-Beiträge nach Beruf.

BU-Beitrag nach Berufsgruppe im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente, Endalter 67/66, netto pro Monat). Quelle: eigene Erhebung in drei Online-Rechnern, Abruf 24.10.2026. Stand: Oktober 2026.
BerufsgruppeBerufeMitteGünstigster WertTeuerster Wert
IT, Technik, Ingenieure, Recht952,16 €41,70 €85,27 €
Büro, Handel, Medien983,25 €45,83 €168,23 €
Heilberufe und Pflege1092,88 €41,70 €297,57 €
Soziales, Bildung, öffentlicher Dienst8119,38 €60,83 €186,62 €
Handwerk und Industrie12146,28 €60,83 €271,92 €
Gastronomie, Dienstleistung, Logistik, Grün9151,51 €83,05 €271,92 €

BU-Beitrag nach Berufsgruppe: Median der Berufs-Mitten

Netto-Zahlbeitrag in Euro pro Monat, Standardprofil: 30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente, Endalter 67

IT, Technik, Ingenieure, Recht52 €Büro, Handel, Medien83 €Heilberufe und Pflege93 €Soziales, Bildung, öffentlicher Dienst119 €Handwerk und Industrie146 €Gastronomie, Dienstleistung, Logistik, Grün152 €

Eigene Erhebung in drei Online-Rechnern, Abruf 24.10.2026 (Median der Berufs-Mitten je Gruppe; Mitte = Median der Rechner). Orientierung, kein Angebot.

IT, Technik, Ingenieure und Recht: die günstigste Gruppe

Hier lag die Mitte fast überall zwischen 47 € und 53 €: Maschinenbau- und Elektroingenieure sowie Rechtsanwälte und Steuerberater bei 47,33 €, Informatiker und Architekten bei 52,16 €, Softwareentwickler und Bauingenieure bei 53,17 €. Eine Ausnahme ist die Chemielaborantin mit 78,09 €. Der günstigste Einzelwert der ganzen Erhebung, 41,70 €, kommt aus dieser Gruppe. Typisch für diese Berufe ist, dass Rechner sie in die niedrigste Risikoklasse einordnen; die Unterschiede zwischen den Rechnern sind klein (Spreizung 1,2 bis 1,5). Wichtig: Eine niedrige Stufe gilt oft nur bei überwiegender Büro- oder Schreibtischtätigkeit. Wer als Ingenieur regelmäßig auf Baustellen arbeitet, kann in einer höheren Stufe landen – das fragen die Rechner teilweise ab (Büroanteil, Außendienst, Personalverantwortung). Bei selbstständigen Anwälten, Steuerberatern und Architekten klärt der Experte, wie die Tätigkeit im Antrag beschrieben wird.

Büro, Handel und Medien: dazwischen

Betriebswirte lagen bei 52,16 €, Bank- und Industriekaufleute bei 65,28 €, Bürokaufleute bei 73,37 €, Mediengestalter, Grafiker und Marketing-Manager bei 83,25 €, Einzelhandelskaufleute bei 95,28 € und Verkäufer bei 110,41 €. Auffällig ist die Spreizung bei den Bürokaufleuten (61 € bis 103 €) und Verkäufern (102 € bis 168 €): Hier ordnen die Rechner den Beruf sehr unterschiedlich ein. Verkäufer stehen häufig, heben und tragen – der Rechner behandelt sie anders als Büroberufe, obwohl beide „im Handel“ arbeiten. Die Lehre für die Praxis: Der Beruf im Antrag muss die tatsächliche Tätigkeit beschreiben, nicht den Titel.

Heilberufe und Pflege: zwei Welten in einer Gruppe

Die Gruppe ist die uneinheitlichste. Ärzte (52,16 €), Psychotherapeuten (48,89 €) und Apotheker (53,17 €) lagen im Bereich der Ingenieure, Zahnärzte bei 54,37 €. Pflege- und Rettungsberufe liegen dagegen im Bereich des Handwerks und darüber: Medizinische Fachangestellte bei 83,25 €, Hebammen bei 102,50 €, Physiotherapeuten bei 123,74 €, Gesundheits- und Krankenpfleger bei 151,50 €, Altenpfleger bei 228,21 € und Notfallsanitäter bei 248,77 €. Der Abstand zwischen Arzt und Altenpfleger beträgt rund das Vierfache. Zusätzlich fällt auf: Für Altenpfleger und Notfallsanitäter bot einer der drei Rechner nur Endalter 65 an – wer bis 67 absichern will, hat dort weniger Auswahl. Bei Heilberufen prüft der Experte die Besonderheiten wie Infektionsklausel und Versorgungswerk gleich mit.

Soziales, Bildung und öffentlicher Dienst: Endalter-Grenzen

Verwaltungsangestellte im öffentlichen Dienst lagen bei 73,37 €, Sozialarbeiter bei 118,75 €, Erzieher bei 125,73 €, angestellte Lehrer bei 105,15 €, Polizisten im Innendienst bei 102,48 € und im Streifendienst bei 120 €, Soldaten und Feuerwehrleute bei je 186,62 €. Bei den letzten vier ist die Datenlage dünn: Nur ein Rechner bot das Standard-Endalter an. Ein anderer Rechner kennt für Beamte nur 1.000 € Rente und Endalter 55 bis 60, ein dritter bei Polizei, Soldaten und Feuerwehr nur Endalter 60. Für Beamte kommt es deshalb weniger auf die Beitragsspanne an als auf die Frage, ob die BU eine Dienstunfähigkeitsklausel enthält – die klärt der Experte beim Angebotsvergleich.

Handwerk und Industrie: Bau und Technik trennen sich

Technische Handwerksberufe lagen nahe an den Büroberufen: Mechatroniker bei 83,25 €, Elektroniker und Industriemechaniker bei 88,96 €, Elektriker und Kfz-Mechatroniker bei 102,50 €. Anlagenmechaniker lagen bei 141,05 €, Tischler bei 151,50 €, Maler und Lackierer bei 188,01 €. Am oberen Ende stehen Maurer, Dachdecker, Zimmerer und Fliesenleger mit 271,92 € – bei ihnen bot allerdings nur ein Rechner das Standard-Endalter an; die anderen beiden begrenzten das Endalter auf 55 bis 65. Für die Bau-Handwerker ist deshalb nicht nur der Preis, sondern auch die Laufzeit ein Thema. Bei Handwerksmeistern vergleicht der Experte, wie die Tätigkeit eingestuft wird.

Gastronomie, Dienstleistung, Logistik und Grün

Friseure und Köche lagen bei 161,32 €, Bäcker bei 228,32 €, Konditoren bei 151,50 €, Gärtner bei 148,41 €, Lageristen bei 123,74 €, Fitnesstrainer bei 117,51 € und Paketzusteller bei 228,10 €. Landwirte erscheinen mit 141,05 €, doch auch hier bot nur ein Rechner das Standard-Endalter an. Dass Friseure und Köche – Berufe mit viel Stehen und Handarbeit – oben liegen, ist in der Erhebung messbar, ihre Gründe nennen die Rechner nicht.

Was Berufe mit dem Preis machen – drei Beispiele

Eine Modellrechnung zur Veranschaulichung, jeweils Mitte der Rechner, 37 Jahre konstant: Ein Maschinenbauingenieur zahlt 47,33 € × 12 × 37 = 21.015 €, ein Elektriker 102,50 € × 12 × 37 = 45.510 €, ein Bäcker 228,32 € × 12 × 37 = 101.374 €. Für denselben Rentenschutz von 1.500 € zahlt der Bäcker also fast das Fünffache des Ingenieurs. Wer zwischen zwei Berufen wechselt, merkt das: Ein Berufswechsel in eine höhere Risikoklasse kann den Beitrag verteuern; der Wechsel in eine niedrigere kann ihn senken – der Vertrag richtet sich nach dem zuletzt ausgeübten Beruf (§ 172 Abs. 2 VVG), die Beitragseinstufung nach den Tarifbedingungen.

Zwei Hinweise zur Lesart: Erstens zeigen die Spannen innerhalb eines Berufs, dass derselbe Beruf in verschiedenen Rechnern verschiedene Preise hat; das ist der Grund, warum wir Spannen und nicht Preise nennen. Zweitens sind alle Werte für gesunde Nichtraucher. Bei Vorerkrankungen können Preise und Bedingungen abweichen – eine anonyme Risikovoranfrage über den Experten zeigt vorab die Möglichkeiten.

Wie wir die Berufe gruppiert haben – und warum das nur eine Hilfe ist

Die sechs Gruppen sind ein Ordnungsraster für diese Übersicht, kein Raster der Versicherer. Wir haben Berufe zusammengelegt, die ähnliche Tätigkeitsprofile und ähnliche Preise zeigten: Schreibtisch- und Technikberufe, Handel und Büro, Heilberufe und Pflege, öffentlicher Dienst und Soziales, Handwerk und Industrie sowie Gastronomie, Dienstleistung, Logistik und Grün. Berufe mit besonderem Risiko (Pilot, Musiker, Berufskraftfahrer, Schauspieler) und Studium und Ausbildung stehen außerhalb, weil die Datenlage dünn ist beziehungsweise andere Eintrittsalter gelten. Eine Gruppe sagt nur etwas über den Durchschnitt aus; Ihr Beruf kann mehrere Stufen darüber oder darunter liegen. Deshalb gehört zu jeder Gruppenzahl der Blick in die Einzelwerte auf der Datenseite.

Wo die Rechner weit auseinanderliegen – und wo nicht

Die Gruppenwerte verdecken, dass derselbe Beruf in verschiedenen Rechnern verschieden eingestuft wird. Die Tabelle zeigt, bei welchen Berufen der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten Wert am größten und am kleinsten war. Berücksichtigt sind nur Berufe, für die alle drei Rechner einen Standardwert lieferten.

Berufe mit den weitesten und den engsten Abständen zwischen günstigstem und teuerstem Rechner (nur Berufe mit Werten aller drei Rechner; Standardprofil, netto pro Monat). Quelle: eigene Erhebung, Abruf 24.10.2026. Stand: Oktober 2026.
BerufGünstigster WertTeuerster WertSpreizung
Weit auseinander
Medizinische/r Fachangestellte/r60,83 €141,05 €2.3×
Industriemechaniker/in73,37 €141,05 €1.9×
Kfz-Mechatroniker/in95,28 €168,23 €1.8×
Koch / Köchin109,87 €186,62 €1.7×
Gärtner/in109,87 €186,62 €1.7×
Lagerist/in109,87 €186,62 €1.7×
Elektriker/in83,05 €141,05 €1.7×
Bürokaufmann/-frau60,83 €102,50 €1.7×
Eng beieinander
Rechtsanwalt / Rechtsanwältin41,70 €53,17 €1.3×
Maschinenbauingenieur/in41,70 €52,96 €1.3×
Elektroingenieur/in41,70 €52,96 €1.3×
Steuerberater/in41,70 €52,96 €1.3×
Kaufmann/-frau im Einzelhandel83,05 €104,88 €1.3×
Anlagenmechaniker/in SHK134,78 €168,23 €1.2×

Bei den weit auseinanderliegenden Berufen kostet der Schutz im teuersten Rechner das 1,7- bis 2,3-Fache des günstigsten – bei Medizinischen Fachangestellten etwa von 60,83 € auf 141,05 €. Warum das so ist, wissen wir nicht: Möglich sind abweichende Risikoklassen für Berufe mit Patientenkontakt, andere Annahmen zum Anteil körperlicher Arbeit oder eine unterschiedliche Preispolitik. Bei den eng beieinanderliegenden Berufen – Ingenieure, Rechtsanwälte, Steuerberater, Einzelhandel, Anlagenmechaniker – liegen die Rechner dagegen nah beieinander. Für Sie als Suchende heißt das: Wo die Spreizung groß ist, lohnt der Vergleich besonders; wo sie klein ist, liegt der Preis eher fest.

Ein Praxistipp: Notieren Sie sich beim Vergleich nicht nur den Preis, sondern auch die Berufsbezeichnung, die der jeweilige Rechner gewählt hat. Bei der Abfrage haben wir festgestellt, dass dieselbe Tätigkeit je Rechner anders heißt – zum Beispiel wurde der Beruf Arzt einmal als „Assistenzarzt“ geführt, Lehrer als „Grundschullehrer“, Polizist je nach Rechner als Streifenpolizist oder Beamter. Solche Feinheiten können im Antrag Unterschiede machen und gehören ins Gespräch mit dem Berater.

Dieselbe Tätigkeit, andere Stufe: Was Rechner zusätzlich fragen

Wer glaubt, der Beruf stehe als Etikett fest, übersieht die Zusatzfragen. Die abgefragten Rechner verlangen zum Teil Angaben zu Außendienstanteil, Personalverantwortung, Büroanteil oder Hochschulabschluss. Bei der Abfrage haben wir sie neutral beantwortet – Außendienst unter 50 %, keine Personalverantwortung. Wer überwiegend im Büro arbeitet und einen Hochschulabschluss hat, kann in einzelnen Rechnern günstiger eingestuft werden als in der Standardabfrage; wer viel im Außendienst unterwegs ist, in höheren Stufen landen. Wie groß der Effekt im einzelnen Fall ist, haben wir nicht systematisch gemessen und behaupten es deshalb nicht. Für Ihr Angebot gilt: Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit so, wie sie tatsächlich aussieht, und lassen Sie sich die Einstufung im Angebot bestätigen.

Endalter-Grenzen: Wenn der Vergleich hinkt

Bei einigen Berufen erlaubte nicht jeder Rechner das Standard-Endalter 67. In der Erhebung zeigte sich das vor allem im Bau-Handwerk (Maurer, Dachdecker, Zimmerer: Endalter bei einem Rechner 60, bei einem anderen 65, beim dritten 66), bei Fliesenlegern (55 bzw. 65), Landwirten (60 bzw. 65), Erziehern (ein Rechner 60), Altenpflegern, Notfallsanitätern, Malern und Fitnesstrainern (ein Rechner 65) sowie bei Beamten (Polizei, Soldaten, Feuerwehr: 55 bis 60). Piloten konnten bei einem Rechner nur bis Endalter 55 berechnet werden.

Für den Preisvergleich heißt das: Wo nur ein Rechner das Standard-Endalter anbietet, gibt es keine Spanne, sondern einen Einzelwert; die Datentabelle weist das in der Spalte „Hinweis“ aus. Und es heißt für Ihre Absicherung: Ein kürzeres Endalter senkt den Preis, aber die Leistung endet früher. Finanztip nennt ein Endalter von 65 statt 67 ausdrücklich als Sparhebel und weist darauf hin, dass dann nur Berufsunfähigkeit vor 65 abgesichert ist (Stand 27.05.2026). Wer körperlich schwer arbeitet, sollte bei der Wahl des Endalters an die Frage denken, bis wann er den Beruf realistisch ausüben kann – und ob die gesetzliche Rente die Lücke danach schließt. Mehr dazu im BU-Rentenhöhe-Rechner.

Studium und Ausbildung: Der günstigste Einstieg

Studierende und Auszubildende bilden einen Sonderfall. Zwei der drei Rechner nannten für Studierende mit 23 Jahren zwischen rund 39 € und 43 € netto pro Monat bei 1.500 € Rente, der dritte rechnete mit Alter 30 und kam auf 44 € bis 49 €. Auszubildende wurden mit 20 Jahren abgefragt: Ein Rechner begrenzte die Rente auf 1.000 € und nannte 33 € bis 74 €, ein anderer kam bei 1.500 € auf 60 € bis 112 €, je nach Ausbildungsberuf. Das Studienfach spielte bei den Studierenden kaum eine Rolle. Die Beiträge gelten für gesunde Personen; für Studierende und Auszubildende lohnt der frühe Einstieg besonders, und der Experte erklärt Nachversicherung und Studentenklausel.

Berufswechsel: Was dann mit dem Beitrag passiert

Die BU leistet nach dem zuletzt ausgeübten Beruf (§ 172 Abs. 2 VVG), die Beitragseinstufung folgt der Berufsangabe im Antrag. Wer später in einen anderen Beruf wechselt, sollte klären, ob der Vertrag eine Anpassung vorsieht und ob sie den Beitrag oder die Leistung verändert. Wie solche Klauseln im Einzelnen lauten, ist Sache der Bedingungen; wir können dazu keine pauschale Aussage treffen. Praktisch lohnt sich nach einem Berufswechsel die Nachfrage beim Versicherer, ob und wie der Vertrag angepasst werden kann und ob die Bedingungen eine Anzeige verlangen.

Drei Rundgänge: So finden Sie Ihren Preis

Rundgang 1 – Softwareentwicklerin, 28 Jahre. Sie findet ihren Beruf in der Gruppe IT, Technik, Ingenieure, Recht (Mitte 52,16 €; Softwareentwickler/in: Mitte 53,17 €, Spanne 41,70 € bis 61,32 € im Standardprofil). Mit 28 Jahren liegt sie zwischen den Messpunkten 25 und 30; der Schätzer interpoliert und liefert eine Spanne, die etwas unter der des Standardprofils liegt. Wünscht sie 2.000 € Rente, kommt der Rentenfaktor 1,33 hinzu. Ihr Fazit: Der Preis liegt im Bereich von 53 € bis 78 € – die Obergrenze des Tarifbeitrags liegt höher.

Rundgang 2 – Friseur, 35 Jahre. Er findet seinen Beruf in der Gruppe Gastronomie, Dienstleistung, Logistik, Grün (Mitte der Gruppe 151,51 €; Friseur/in: Mitte 161,32 €, Spanne 134,78 € bis 186,62 €). Mit 35 Jahren liegt er 5 Jahre über dem Standardprofil, also rund 10 % darüber. Für ihn ist die Rentenhöhe der wichtigste Hebel: 1.000 statt 1.500 € Rente kosten rund ein Drittel weniger. Er sollte prüfen, ob eine Nachversicherungsgarantie vereinbart ist, damit er die Rente später aufstocken kann.

Rundgang 3 – Erzieherin, 30 Jahre. Sie steht in der Gruppe Soziales, Bildung, öffentlicher Dienst (Mitte der Gruppe 119,38 €). Für Erzieher/in zeigt die Datentabelle nur zwei Rechner mit Standardwerten (Mitte 125,73 €) und den Hinweis, dass ein Rechner nur bis Endalter 60 anbot. Sie hat zwei Entscheidungen: Wie lange soll der Schutz gelten, und ist ihr der höhere Preis bis 67 recht? Die Antworten liegen im Gespräch mit einem Experten, der Angebote mit ihrem Wunsch-Endalter einholt.

So nutzen Sie die Übersicht für Ihre Entscheidung

  1. Suchen Sie Ihre Gruppe und danach Ihren Beruf auf der Datenseite; prüfen Sie die Spalte „Hinweis“ auf Endalter-Grenzen.
  2. Rechnen Sie mit dem BU-Beitrags-Schätzer Ihr Alter und Ihre Wunschrente ein.
  3. Prüfen Sie, ob Ihr Beruf eine eigene Spezialseite verdient: Pflege und Heilberufe, Beamte, Selbstständige und Studierende haben jeweils eigene Besonderheiten bei Klauseln und Bedingungen.
  4. Lassen Sie sich Angebote mit Netto, Brutto, Berufsgruppe und Endalter schriftlich geben und vergleichen Sie nur gleiche Profile.
  5. Klären Sie die Gesundheitsfragen vorab über eine anonyme Risikovoranfrage – die Beiträge in dieser Übersicht gelten ohne Zuschläge.

Was dieser Vergleich nicht zeigt

Die Gruppenwerte sagen nichts über die Qualität der Tarife, über Leistungsbedingungen oder über die Annahmewahrscheinlichkeit. Sie sagen auch nichts über die Berufe, die wir nicht abgefragt haben, etwa Akademiker mit Labor- oder Praxisanteil, Erzieher in Leitungsfunktion oder Handwerker in der Meisterposition. Ebenso fehlen Berufe mit besonderem Risiko, bei denen Online-Rechner oft keinen Preis nennen und eine persönliche Prüfung nötig ist. Wer zu einer dieser Gruppen gehört, sollte die Zahlen als groben Rahmen verstehen und die Einstufung mit einem Experten klären. Wir aktualisieren die Erhebung, sobald weitere Rechner und Berufe vorliegen, und vermerken Änderungen unter Aktuelles.

Noch ein Wort zur Lesart der Zahlen: „Günstig“ und „teuer“ sind relative Begriffe. Ein Beitrag von 228 € im Monat für einen Bäcker ist nach der Erhebung der höchste Wert unserer Gruppen, aber er bezahlt dasselbe Risiko wie 47 € für einen Ingenieur: eine Rente bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Der Preisunterschied bildet das Risiko ab, das Versicherer dem Beruf zuordnen; ob die Zuordnung im Einzelfall gerecht ist, können wir nicht beurteilen.

Welche Fragen sollten Sie Ihrem Berater stellen?

  • Wie wird mein Beruf eingestuft? Lassen Sie sich die Berufsgruppe und die Tätigkeitsbeschreibung im Angebot nennen.
  • Gibt es Stufen nach Büroanteil oder Personalverantwortung? Sie verschieben den Preis um Stufen.
  • Gilt mein Wunsch-Endalter? Gerade im Bau-Handwerk, bei Pflege- und Rettungsberufen und bei Beamten wird es teilweise begrenzt.
  • Wie hoch ist der Tarifbeitrag? Der Bruttobeitrag begrenzt die späteren Kosten.
  • Was passiert bei einem Berufswechsel? Das regeln die Bedingungen; fragen Sie nach Nachversicherungsgarantie und Berufswechsel.

Wenn Ihr Beruf in der Tabelle teuer ist, bleibt die Rente der wichtigste Hebel: Beitrag und Rentenhöhe. Wenn der Beitrag knapp erscheint, startet der Experte mit einer Einstiegsrente und stockt später über die Nachversicherung auf – die BU bleibt der Goldstandard. Ihre persönliche Spanne rechnet der BU-Beitrags-Schätzer, ohne Gesundheitsfragen.

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  • Steuer in Kürze: Beitrag absetzen, Rente versteuern

Häufige Fragen

Welche Berufe haben die günstigste BU?

In unserer Erhebung (24.10.2026) lagen Maschinenbauingenieur, Elektroingenieur, Rechtsanwalt und Steuerberater mit einer Mitte von je 47,33 € pro Monat am günstigsten, gefolgt von Psychotherapeuten (48,89 €), Ärzten (52,16 €) und Informatikern (52,16 €). Das gilt für das Standardprofil und drei Online-Rechner.

Warum ist die BU für Handwerker teurer?

Weil Versicherer Berufe nach Risikoklassen einstufen und körperlich belastende Tätigkeiten höher ansetzen. In unserer Erhebung lag die Mitte im Handwerk bei 146,28 €, bei Maurern, Dachdeckern und Zimmerern bei 272 € (nur ein Rechner bot das Standard-Endalter an). Warum ein Rechner einen Beruf höher einstuft, begründen die Rechner nicht.

Ist die BU für Pflegekräfte teurer als für Ärzte?

Ja, deutlich: Gesundheits- und Krankenpfleger lagen bei einer Mitte von 151,50 €, Altenpfleger bei 228,21 €, Notfallsanitäter bei 248,77 € – Ärzte bei 52,16 €. Das ist das Drei- bis Fünffache.

Kann ich meinen Beruf in der Tabelle nicht finden?

Wir haben 60 Berufe und 6 Status-Gruppen abgefragt. Für andere Berufe gibt die nächstliegende Tätigkeit eine Orientierung; die genaue Einstufung klärt ein Experte im Antrag.

Warum sind Beamte und Lehrer nicht dabei?

Sie sind in der Erhebung enthalten, aber nicht im Standardprofil: Ein Rechner bot für Beamte nur 1.000 € Rente bis Endalter 55–60 an. Deshalb stehen sie mit Hinweis in der Datentabelle. Für Beamte vergleicht der Experte, welche Absicherung der Dienstunfähigkeit zusätzlich zum Beitrag passt.

Quellen

  1. Eigene Erhebung: BU-Beiträge nach Beruf in drei Online-Rechnern, Abruf 24.10.2026 – Tabelle mit 60 Berufen und CSV
  2. Finanztip: Berufsunfähigkeitsversicherung – Was kostet eine BU? – Stand 27.05.2026
  3. Stiftung Warentest (Finanztest): Berufsunfähigkeitsversicherung im Test – 19.05.2026
Redaktion BU-Kosten.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung (Beitrag nach Beruf, Alter und Rente, Netto und Brutto, Rentenhöhe, Steuer) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler und kein Versicherer; Beitragswerte sind Ergebnisse unserer Erhebung in Online-Rechnern (24.10.2026) und kein Angebot. Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Herausgeber: BU-Kosten.de. BU-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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