Ratgeber

Was kostet eine BU? Beiträge nach Beruf, Alter und Rente 2026

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Die gute Nachricht: Sie ist bezahlbarer als viele denken – für Büro- und akademische Berufe oft ab rund 45–60 € im Monat. Die Antwort ist eine Spanne, die wir mit eigenen Messdaten belegen: Beitrag nach Beruf, Alter, Rente, mit Netto und Brutto, Stand 24.10.2026.

Redaktion BU-Kosten.de Aktualisiert am 25. Oktober 2026 14 Min. Lesezeit
Inhalt (14 Abschnitte)
  1. Was kostet eine BU im Monat?
  2. Wovon hängt der Beitrag ab?
  3. Wie stark wirkt der Beruf auf den Beitrag?
  4. Was ändert das Alter?
  5. Wie stark wirkt die Rentenhöhe?
  6. Nettobeitrag und Bruttobeitrag: Was zahlen Sie wirklich?
  7. Was kostet die BU insgesamt – bis 67?
  8. Wie können Sie den Beitrag senken?
  9. Für wen die BU besonders wichtig ist – und wie Sie Hürden lösen
  10. Drei Beispielprofile mit gemessenen Spannen
  11. Häufige Fehler beim Preisvergleich
  12. Wie sich der Beitrag über die Jahre entwickeln kann
  13. Wie belastbar sind unsere Zahlen?
  14. In fünf Schritten zum passenden Preis
Das Wichtigste in Kürze
  • Im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente, Endalter 67) lagen die Netto-Zahlbeiträge dreier Online-Rechner zwischen 41,70 € und 297,57 € pro Monat; der Median der Berufs-Mitten beträgt 103,82 €.
  • Der Beruf ist der größte Hebel: Ingenieure und Juristen lagen bei einer Mitte von 47 €, Bäcker und Paketzusteller bei rund 228 € (Erhebung 24.10.2026).
  • Das Alter wirkt moderat (25 Jahre 6–10 % günstiger, 40 Jahre 15–26 % teurer als 30), die Rentenhöhe fast proportional (1.000 € = 0,67-fach, 2.000 € = 1,33-fach).
  • Der Zahlbeitrag (netto) kann bis zum Tarifbeitrag (brutto) steigen; bei einem Rechner lag dieser beim 1,515-Fachen.
  • Finanztest verglich 2024 für denselben Controller Jahresbeiträge von 643 € bis 3.071 € – Vergleichen lohnt sich.

Eine BU kostet im Standardprofil (30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente, Endalter 67) nach unserer Erhebung vom 24.10.2026 zwischen 41,70 € und 297,57 € netto pro Monat; der Median der Berufs-Mitten liegt bei 103,82 €. Bei Ingenieuren, Juristen, IT- und akademischen Heilberufen lag die Mitte bei rund 47–54 € – also oft ab rund 45–60 € im Monat. Den größten Ausschlag gibt der Beruf, danach die Rentenhöhe und das Eintrittsalter; jedes Jahr Warten macht den Schutz etwas teurer. Stand: Oktober 2026.

Was kostet eine BU im Monat?

Wer nach dem Preis einer Berufsunfähigkeitsversicherung fragt, bekommt in Ratgebern meist eine Zahl wie „ab 50 Euro“. Finanztip schreibt, dass junge Berufstätige oft ab etwa 50 € im Monat zahlen und je nach Alter, Beruf und Gesundheit auch 100 bis 150 € oder mehr (Stand 27.05.2026). Das ist hilfreich, aber ungenau: Es sagt nicht, für welchen Beruf, welche Rente und welches Endalter die Zahl gilt. Wir haben deshalb selbst gemessen. Am 24.10.2026 haben wir in den Online-Rechnern dreier Anbieter für 60 Berufe dasselbe Profil eingegeben und die Netto-Zahlbeiträge abgelesen: 30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € monatliche BU-Rente, Endalter 67, ohne Dynamik, monatliche Zahlung, Gesundheitsfragen nicht beantwortet.

Das Ergebnis ist eine Spanne: von 41,70 € bis 297,57 € pro Monat. Der Median der Berufs-Mitten beträgt 103,82 €. Das heißt nicht, dass „die BU“ 104 € kostet, sondern dass die Hälfte der Berufe in unserer Erhebung darunter und die Hälfte darüber lag. Welche Berufe wo liegen, steht in der Datenseite BU-Beiträge nach Beruf; Ihre persönliche Spanne rechnet der BU-Beitrags-Schätzer.

Wichtig sind die Grenzen dieser Zahlen. Drei Online-Direktrechner sind nicht der ganze Markt; Makler- und Spezialtarife können anders liegen. Die Werte gelten für gesunde Nichtraucher ohne Zuschläge. Und sie sind Orientierung, kein Angebot. Wie groß die Unterschiede im Markt sein können, zeigt Finanztest: Für denselben 30-jährigen Controller mit 2.000 € Rente bis 67 lagen die Jahresbeiträge der getesteten Tarife 2024 zwischen 643 € und 3.071 € – das ist ein Faktor von etwa 4,8 (Stiftung Warentest, 15.05.2024).

BU-Beitrag in acht Berufen: Mitte der Rechner

Netto-Zahlbeitrag in Euro pro Monat im Standardprofil (30 Jahre, 1.500 € Rente, Endalter 67)

Maschinenbauingenieur/in47 €Arzt / Ärztin (Klinik)52 €Bürokaufmann/-frau73 €Elektriker/in102 €Krankenpfleger/in152 €Friseur/in161 €Paketzusteller/in228 €Bäcker/in228 €

Eigene Erhebung in drei Online-Rechnern, Abruf 24.10.2026; Mitte = Median der Rechner. Die Spanne je Beruf steht in der Tabelle auf der Datenseite.

Wovon hängt der Beitrag ab?

Fünf Größen bestimmen den Preis, drei davon können Sie vor dem Antrag selbst beziffern:

  • Beruf: Der zuletzt ausgeübte Beruf bestimmt die Risikoklasse. Er ist der größte Hebel – siehe unten.
  • Eintrittsalter: Je jünger, desto günstiger. In unserer Erhebung lag der Beitrag mit 25 Jahren 6 bis 10 % unter dem mit 30 und mit 40 Jahren 15 bis 26 % darüber.
  • Rentenhöhe: Sie wirkt fast proportional: 1.000 € kosteten das 0,67-Fache, 2.000 € das 1,33-Fache von 1.500 €.
  • Laufzeit (Endalter): Je länger der Schutz, desto teurer – Finanztip nennt als Sparhebel ein Endalter von 65 statt 67, dann gibt es allerdings keine Leistung bei Berufsunfähigkeit nach 65.
  • Gesundheit, Rauchen, Hobbys: Sie erfahren Versicherer erst im Antrag. Raucher, hoher BMI oder riskante Hobbys erhöhen den Preis oder führen zu Zuschlägen und Ausschlüssen (Finanztip, 27.05.2026). Diese Faktoren fließen in unsere Zahlen nicht ein.

Hinzu kommen Tarifmerkmale: ob der Beitrag mit einer Beitragsdynamik steigt, wie lange die Karenzzeit ist, ob die Nachversicherungsgarantie vereinbart ist und wie der Versicherer Verweisung und Umorganisation regelt. Sie verändern den Preis und die Leistung. Ein günstiger Tarif ist deshalb nicht automatisch das bessere Angebot – der Experte vergleicht Preis und Bedingungen für Sie.

Wie stark wirkt der Beruf auf den Beitrag?

Der Beruf entscheidet über die Preisstufe. In unserer Erhebung lag die Mitte der Rechner bei 52,16 € für IT, Technik, Ingenieure und Recht, bei 83,25 € für Büro, Handel und Medien, bei 92,88 € für Heilberufe und Pflege, bei 119,38 € für Soziales, Bildung und öffentlichen Dienst, bei 146,28 € für Handwerk und Industrie und bei 151,51 € für Gastronomie, Dienstleistung, Logistik und Grün. Am unteren Ende standen Maschinenbauingenieur, Elektroingenieur, Rechtsanwalt und Steuerberater mit je 47,33 €, am oberen Bäcker mit 228,32 € und Paketzusteller mit 228,10 €.

BU-Beitrag nach Berufsgruppe: Median der Berufs-Mitten

Netto-Zahlbeitrag in Euro pro Monat, Standardprofil: 30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente, Endalter 67

IT, Technik, Ingenieure, Recht52 €Büro, Handel, Medien83 €Heilberufe und Pflege93 €Soziales, Bildung, öffentlicher Dienst119 €Handwerk und Industrie146 €Gastronomie, Dienstleistung, Logistik, Grün152 €

Eigene Erhebung in drei Online-Rechnern, Abruf 24.10.2026 (Median der Berufs-Mitten je Gruppe; Mitte = Median der Rechner). Orientierung, kein Angebot.

Zwei Beobachtungen sind bemerkenswert. Erstens: Auch innerhalb von „Medizin“ liegen Welten. Ärzte, Apotheker und Psychotherapeuten lagen bei einer Mitte von 49 € bis 54 €, Pflegekräfte bei 151,50 € (Gesundheits- und Krankenpfleger), 228,21 € (Altenpfleger) und 248,77 € (Notfallsanitäter). Zweitens: Viele Berufe landen auf exakt demselben Preis, weil Rechner mit Preisstufen arbeiten. Wer in einer Stufe an der Grenze liegt, kann durch die genaue Berufsbezeichnung im Antrag mehrere Stufen springen – deshalb sollte die Einstufung im Angebot dokumentiert sein. Ob Ihr Beruf in eine günstigere Stufe passt, prüft ein spezialisierter Experte mit Ihrer Tätigkeitsbeschreibung; die Übersicht finden Sie unter BU-Kosten nach Beruf.

Was ändert das Alter?

Das Eintrittsalter wirkt schwächer, als viele erwarten, und stärker als manche hoffen. Für zehn bis zwanzig Berufe je Rechner haben wir Beiträge mit 25, 30 und 40 Jahren gemessen. Im Median lag der Beitrag mit 25 Jahren 6 bis 10 % unter dem mit 30; mit 40 Jahren war er 15 bis 26 % höher. Beispiel Arzt oder Ärztin: 41 € bis 52 € mit 25, 46 € bis 58 € mit 30 und 58 € bis 74 € mit 40 Jahren. Das entspricht rund 1,5 bis 2,5 % mehr pro Lebensjahr zwischen 30 und 40.

Dem Alter gehört ein zweiter Effekt, den kein Rechner abbildet: Mit den Jahren sammeln sich Diagnosen und Behandlungen, nach denen der Antrag fragt. Der Beitrag steigt also nicht nur mit der Rechnung, sondern auch mit dem Risiko, dass der Versicherer Zuschläge verlangt oder ausschließt. Die Alterstabellen mit gemessenen und hochgerechneten Werten für 25, 30, 35, 40, 45 und 50 Jahre stehen unter BU-Kosten nach Alter.

Wie stark wirkt die Rentenhöhe?

Die Rente ist der Hebel, den Sie am direktesten beeinflussen. Unsere Messungen mit 1.000 €, 1.500 € und 2.000 € zeigen: Der Beitrag wächst fast proportional. 1.000 € kosteten das 0,67-Fache, 2.000 € das 1,33-Fache. Ein Beispiel: Ein Büroberuf mit einer Mitte von 73,37 € bei 1.500 € Rente lag bei 1.000 € rund bei 49 € und bei 2.000 € rund bei 98 €. Daraus folgt die wichtigste Faustregel für den Preis: Zusätzliche 100 € Rente kosten rund 6,7 % des Beitrags bei 1.500 € – und wer 500 € weniger wählt, spart ein Drittel.

Welche Rente sinnvoll ist, beantwortet der Preis nicht. Finanztip rät, möglichst 80 % des aktuellen Nettogehalts abzusichern; Versicherer begrenzen die Rente oft auf 60 bis 70 % des Bruttos. Stiftung Warentest nennt keine Prozentzahl, rät aber zu einer Rente, die auch die Altersvorsorge weiter bezahlt, und zu einer Laufzeit bis zur Regelaltersgrenze. Ihre Größenordnung rechnet der BU-Rentenhöhe-Rechner.

BU-Beitrag nach Rentenhöhe (1.500 € = 100)

Beitragsindex bei 1.000, 1.500 und 2.000 € BU-Rente, 30 Jahre, Endalter 67

050100150200671.000 €1001.500 €1332.000 €

Eigene Erhebung, Abruf 24.10.2026: Faktoren 0,667–0,671 (1.000 €) und 1,329–1,333 (2.000 €) relativ zu 1.500 €, Median über Berufe je Rechner.

Nettobeitrag und Bruttobeitrag: Was zahlen Sie wirklich?

Die BU kennt zwei Beitragsarten, und beide gehören in jedes Angebot. Der Zahlbeitrag (netto) ist der Beitrag, den Sie monatlich überweisen. Er ist niedriger, weil der Versicherer die erwarteten Überschüsse bereits abzieht. Der Tarifbeitrag (brutto) ist die Obergrenze, bis zu der der Versicherer den Zahlbeitrag anheben darf, wenn die Überschüsse geringer ausfallen (Finanztip, Stand 27.05.2026). Finanztip rät deshalb, auf den Bruttobeitrag zu achten, weil er die späteren Kosten begrenzt; ein niedriger Nettobeitrag bei hohem Bruttobeitrag birgt das Risiko größerer Erhöhungen.

In unserer Erhebung wies nur einer der drei Rechner beide Werte aus. Bei ihm lag der Tarifbeitrag über 103 Zeilen konstant beim 1,515-Fachen des Zahlbeitrags – der Zahlbeitrag also rund 34 % unter dem Tarifbeitrag. Für ein Beispielprofil, einen Informatiker mit 30 Jahren und 1.500 € Rente, waren das 51,45 € netto und 77,95 € brutto. Das ist ein Messwert für einen Rechner, kein Gesetz: Bei anderen Versicherern kann das Verhältnis anders aussehen. Details und die Frage, wann ein Zahlbeitrag steigt, behandeln wir unter Nettobeitrag und Bruttobeitrag.

Netto- und Bruttobeitrag am Beispiel eines Rechners

Beispiel Informatiker/in, 30 Jahre, 1.500 € Rente, Endalter 67 – Euro pro Monat, ein Rechner, der beide Werte ausweist

0 €25 €50 €75 €100 €51,45Zahlbeitrag (netto)77,95Tarifbeitrag (brutto)

Eigene Erhebung, Abruf 24.10.2026: Ein Rechner wies Zahlbeitrag und Tarifbeitrag aus; das Verhältnis lag über 103 Zeilen konstant bei 1,515. Der Zahlbeitrag ist nicht garantiert.

Was kostet die BU insgesamt – bis 67?

Ein Monatsbeitrag wirkt klein, die Summe über Jahrzehnte nicht. Die folgende Tabelle rechnet die Mitte der Rechner auf Jahr und Laufzeit hoch. Sie ist eine Modellrechnung: konstanter Beitrag über 37 Jahre (Eintritt mit 30, Endalter 67), ohne Dynamik, ohne Beitragsanpassung. Der Zahlbeitrag kann bis zum Tarifbeitrag steigen; die Summe ist deshalb eine Untergrenze der Größenordnung.

Modellrechnung: Beitragssumme bis Endalter 67 bei konstantem Netto-Zahlbeitrag (Mitte der Rechner, Standardprofil 30 Jahre, 1.500 € Rente). Quelle: eigene Erhebung, Abruf 24.10.2026; eigene Rechnung (Mitte × 12 × 37). Stand: Oktober 2026.
BerufMitte pro Monatpro JahrSumme 37 Jahre
Maschinenbauingenieur/in47,33 €568 €21.015 €
Arzt / Ärztin (Klinik)52,16 €626 €23.159 €
Bürokaufmann/-frau73,37 €880 €32.576 €
Elektriker/in102,50 €1.230 €45.510 €
Gesundheits- und Krankenpfleger/in151,50 €1.818 €67.266 €
Bäcker/in228,32 €2.740 €101.374 €

Diese Summen stehen dem Schutz gegenüber. Das häufigste Alter bei Eintritt der Berufsunfähigkeit liegt laut Finanztest bei 47 bis 55 Jahren (19.05.2026). Wer mit 50 berufsunfähig wird und 1.500 € Rente bis 67 bezieht, erhält 17 Jahre mal 18.000 € = 306.000 € (ohne Dynamik, vor Steuern). Das ist ein Zahlenspiel: Nicht jeder wird berufsunfähig – die Deutsche Aktuarvereinigung nennt für privat BU-Versicherte etwa jeden Vierten bis zum Rentenalter, mit einer Spanne von 15,8 bis 28,5 %, und warnt, die Zahl auf die Gesamtbevölkerung oder einzelne Berufe zu übertragen (DAV, 03.12.2018). Versicherung bedeutet, eine teure Lage mit einem regelmäßigen, vergleichsweise kleinen Betrag abzusichern – und je früher Sie starten, desto kleiner fällt er aus.

Wie können Sie den Beitrag senken?

Preissenkung heißt immer, an einer der fünf Größen zu drehen – und jede hat ihren Preis in Leistung:

  • Früh abschließen. Der Altersvorteil zwischen 25 und 30 Jahren liegt in unserer Erhebung bei 6 bis 10 %.
  • Die Rente an den Bedarf anpassen. 500 € weniger Rente sparen etwa ein Drittel; über die Nachversicherungsgarantie lässt sich später aufstocken, soweit der Vertrag sie vorsieht.
  • Das Endalter prüfen. Finanztip nennt 65 statt 67 als Sparhebel; Leistung gibt es dann nur bei Berufsunfähigkeit vor 65.
  • Auf Karenzzeit verzichten? Finanztip rät davon eher ab; sie kann sechs Monate bis zwei Jahre betragen.
  • Beitragsdynamik statt Leistungsdynamik wählen, wenn die Anpassung an die Inflation über die Beitragszahlung laufen soll (Paraphrase, Finanztip).
  • Angebote vergleichen. Je Beruf lag der teuerste Rechner im Median das 1,4-Fache über dem günstigsten – der Vergleich ist der einfachste Hebel, wenn die Leistung gleich bleibt. Mehr unter BU-Beitrag senken.

Sparen Sie nicht an den Bedingungen: Ob ein Tarif auf abstrakte Verweisung verzichtet, die Prognosedauer begrenzt und eine Nachversicherungsgarantie bietet, entscheidet über die Leistung im Ernstfall. Diese Punkte prüft der Experte beim Angebotsvergleich mit Ihnen.

Für wen die BU besonders wichtig ist – und wie Sie Hürden lösen

Die BU gehört für fast alle Erwerbstätigen zu den wichtigsten privaten Absicherungen, denn die Arbeitskraft ist oft das größte Vermögen. Für die typischen Hürden gibt es Wege: Ist das Budget knapp, starten Sie mit einer niedrigeren Rente – ein Schutz von 1.000 € kostet nur zwei Drittel – und erhöhen später über die Nachversicherung. Fällt Ihr Beruf in eine teure Stufe, vergleicht der Experte die Einstufungen und die Tätigkeitsbeschreibung. Bei Vorerkrankungen klärt eine anonyme Risikovoranfrage vorab, welche Möglichkeiten es gibt; ist die BU nicht erreichbar, bleiben Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung als zweitbeste Absicherung. Die gesetzliche Absicherung allein reicht selten: Die durchschnittliche neue Erwerbsminderungsrente lag 2024 bei 1.041 €, sie setzt in der Regel fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus, und Berufsschutz gibt es nur für vor dem 2. Januar 1961 Geborene.

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente im Vergleich zu gängigen BU-Renten

Durchschnittlich neu bewilligte EM-Rente 2024 in Euro pro Monat – im Vergleich zu Beispiel-BU-Renten (Illustration)

0 €1.000 €2.000 €3.000 €1.041Ø neue EM-Rente 20241.000BU-Rente 1.000 €1.500BU-Rente 1.500 €2.000BU-Rente 2.000 €

Durchschnittliche neu bewilligte Erwerbsminderungsrente 2024: Rentenversicherungsbericht 2025, BT-Drs. 21/3080, hib 723/2025. BU-Renten sind frei gewählte Beispiele. EM-Rente setzt u. a. fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus (§ 43 SGB VI).

Drei Beispielprofile mit gemessenen Spannen

Drei Modellrechnungen, jeweils aus der Erhebung vom 24.10.2026, zeigen, wie die Faktoren zusammenspielen. Eine Informatikerin mit 25 Jahren und 1.500 € Rente bis 67 lag in den Rechnern mit Altersvarianten bei 41 € bis 52 € netto pro Monat; mit 30 Jahren waren es 46 € bis 58 €, mit 40 Jahren 58 € bis 74 €. Wer als Berufseinsteiger startet, spart gegenüber dem Start mit 30 Jahren also rund fünf bis sechs Euro im Monat – über 42 statt 37 Jahre Laufzeit gerechnet bleibt die Summe aber ähnlich, weil die Laufzeit länger ist. Der zweite Vorteil des frühen Einstiegs ist die Gesundheit: Je früher der Antrag, desto weniger Fragen zu Diagnosen und Behandlungen sind zu beantworten.

Ein Kfz-Mechatroniker mit 30 Jahren und 1.500 € Rente lag im Standardprofil bei 95,28 € bis 168,23 € (Mitte 102,48 €). Mit 40 Jahren gehen die gemessenen Werte auf rund 116 € bis 209 € – ein Aufschlag von rund 20 % gegenüber dem Standardprofil. Ein Bürokaufmann mit 40 Jahren und 1.000 € Rente würde nach dem Rentenfaktor 0,67 statt 77 € bis 125 € (bei 1.500 €) rund 52 € bis 84 € zahlen. Das ist eine Umrechnung, keine Messung; der BU-Beitrags-Schätzer kennzeichnet solche Werte entsprechend.

Setzt man die Beiträge ins Verhältnis zum Netto, wird die Bandbreite greifbar. Bei einem Nettoeinkommen von 2.500 € machen 47 € (Ingenieur, Mitte) rund 1,9 % aus, 73 € (Bürokaufmann) rund 2,9 %, 102,50 € (Elektriker) rund 4,1 % und 228 € (Bäcker) rund 9,1 %. Das erklärt, warum die Frage „Wie viel darf eine BU kosten?“ keine einheitliche Antwort hat: Für Büro- und akademische Berufe ist der Schutz besonders günstig, für körperlich belastende Berufe teurer – und gerade dort besonders wichtig.

Häufige Fehler beim Preisvergleich

  • Äpfel mit Birnen vergleichen: Verschiedene Endalter, Renten oder Dynamik-Einstellungen machen Angebote unvergleichbar. Vergleichen Sie nur gleiche Profile.
  • Nur den Nettobeitrag ansehen: Der Tarifbeitrag zeigt, was höchstens fällig wird.
  • Die Starter-Option übersehen: Bei einem Rechner war eine Option vorausgewählt, die den Anfangsbeitrag für einige Jahre senkt und später höher ausfällt. Werbung mit sehr niedrigen Einstiegsbeiträgen stützt sich oft darauf.
  • Den Beruf schönen: Ein günstiger Beruf im Antrag, der nicht der tatsächlichen Tätigkeit entspricht, kann im Leistungsfall zum Problem werden; die Angaben müssen wahrheitsgemäß sein (§§ 19, 21 VVG).
  • Beim Preis aufhören: Verweisung, Prognosezeitraum, Nachversicherungsgarantie und weitere Klauseln entscheiden mit. Dabei hilft Ihnen der Experte mit einer Prüfliste.
  • Zu lange warten: Zwischen 30 und 40 Jahren kostete der Schutz 15 bis 26 % mehr, und die Gesundheitsfragen werden nicht kürzer.

Wie sich der Beitrag über die Jahre entwickeln kann

Ein Angebot nennt den Beitrag am Anfang, aber die BU läuft Jahrzehnte. Finanztip beschreibt, dass der Versicherer den Zahlbeitrag bis zum Tarifbeitrag anheben darf, wenn die Überschüsse geringer ausfallen als kalkuliert (Stand 27.05.2026). Außerdem kann eine vereinbarte Beitragsdynamik den Beitrag regelmäßig erhöhen, damit die Rente der Inflation folgt. Beides sollten Sie in die Planung einbeziehen: Rechnen Sie nicht nur mit dem Startwert, sondern auch mit der Obergrenze, und prüfen Sie, ob Ihr Budget auch dann trägt. Wie sich das in Zahlen auswirkt, zeigen die Seiten zu Beitragserhöhung und Dynamik.

Wie belastbar sind unsere Zahlen?

Wir halten die Aussagekraft bewusst begrenzt. Die Erhebung umfasst drei Online-Rechner und ein Standardprofil; sie beschreibt, was Interessenten ohne Beratung und ohne Gesundheitsfragen sehen. Sie zeigt nicht, was Makler für denselben Beruf aus 20 oder 30 Tarifen herausholen, und sie bildet keine Annahmeentscheidungen ab. Dass die Spanne zwischen Rechnern im Median nur das 1,4-Fache beträgt, während Finanztest über den Markt einen Faktor von rund 4,8 fand, hat vermutlich mit der Auswahl zu tun – belegen können wir das nicht. Deshalb verstehen Sie die Zahlen bitte als Einordnung: Sie zeigen, in welcher Größenordnung Ihr Beruf liegt und wie stark Alter und Rente wirken, nicht, was Ihr Vertrag kostet. Methode, Einschränkungen und die komplette Tabelle stehen auf der Datenseite; dort finden Sie auch den CSV-Download.

In fünf Schritten zum passenden Preis

  1. Spanne ermitteln: Beruf, Alter und Wunschrente in den BU-Beitrags-Schätzer eingeben.
  2. Rente prüfen: Orientierungswert im BU-Rentenhöhe-Rechner bestimmen und mit der Obergrenze der Versicherer abgleichen.
  3. Netto und Brutto notieren: Im Angebot beide Werte verlangen und die Obergrenze in Ihr Budget einplanen.
  4. Gesundheitsfragen vorbereiten: Eine anonyme Risikovoranfrage über einen Experten zeigt vorab, ob und zu welchen Bedingungen der Versicherer annimmt. Falsche Angaben können zum Rücktritt führen (§§ 19, 21 VVG).
  5. Angebote vergleichen lassen: Ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk holt Angebote ein – kostenlos und unverbindlich.

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  • Checkliste: Netto, Brutto, Dynamik, Endalter
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Häufige Fragen

Was kostet eine BU im Monat?

In unserer Erhebung vom 24.10.2026 zwischen 41,70 € und 297,57 € netto pro Monat im Standardprofil, je nach Beruf; der Median der Berufs-Mitten liegt bei 103,82 €. Finanztip nennt für junge Berufstätige oft ab etwa 50 €, je nach Alter, Beruf und Gesundheit 100–150 € oder mehr (27.05.2026).

Warum ist die BU so teuer?

Sie ist günstiger, als viele denken – gerade in Büroberufen. Der Preis entsteht, weil sie ein langes Risiko absichert: bis zu 37 Jahre lang eine monatliche Rente. Je höher die Rente und je risikoreicher der Beruf, desto teurer. In unserer Erhebung kostete derselbe Schutz in körperlich belastenden Berufen rund das Fünffache von Büro- und Ingenieurberufen. Mehr: Warum ist die BU so teuer?

Wie viel darf eine BU kosten?

Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Als Orientierung setzen manche Ratgeber den Beitrag ins Verhältnis zum Netto; unsere Erhebung zeigt für einen Büroberuf mit 1.500 € Rente rund 2 bis 3 % eines Nettos von 2.500 €. Entscheidend ist, dass die Rente zum Bedarf passt (80 % des Nettos als Orientierung).

Wovon hängt der Beitrag ab?

Von Beruf, Eintrittsalter, Rentenhöhe und Laufzeit, außerdem von Gesundheit, Rauchen und Hobbys, die erst im Antrag abgefragt werden. Dazu kommen Tarifmerkmale wie Dynamik, Karenzzeit und Nachversicherungsgarantie.

Was ist der Unterschied zwischen Netto- und Bruttobeitrag?

Der Nettobeitrag (Zahlbeitrag) ist, was Sie zahlen. Der Bruttobeitrag (Tarifbeitrag) ist die Obergrenze, bis zu der der Versicherer den Zahlbeitrag anheben darf, wenn die Überschüsse geringer ausfallen (Finanztip, 27.05.2026).

Kann ich die BU steuerlich absetzen?

Ja, als sonstige Vorsorgeaufwendung im Rahmen des Höchstbetrags von 2.800 € (1.900 € bei Beihilfe oder Arbeitgeberzuschuss, § 10 Abs. 4 EStG). Oft sind die Höchstbeträge schon durch Kranken- und Pflegebeiträge ausgeschöpft. Keine Steuerberatung.

Quellen

  1. Eigene Erhebung: BU-Beiträge in drei Online-Rechnern, Abruf 24.10.2026 – Methode und CSV auf der Datenseite
  2. Finanztip: Berufsunfähigkeitsversicherung – Was kostet eine BU? – Stand 27.05.2026
  3. Stiftung Warentest (Finanztest): Berufsunfähigkeitsversicherung im Test – 19.05.2026
  4. Stiftung Warentest: Pressemitteilung Finanztest 06/2024 (Beitragsspanne Controller) – 15.05.2024
  5. § 172 VVG – Begriff der Berufsunfähigkeit – abgerufen 24.10.2026
  6. § 10 EStG – Sonderausgaben – abgerufen 24.10.2026
Redaktion BU-Kosten.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung (Beitrag nach Beruf, Alter und Rente, Netto und Brutto, Rentenhöhe, Steuer) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler und kein Versicherer; Beitragswerte sind Ergebnisse unserer Erhebung in Online-Rechnern (24.10.2026) und kein Angebot. Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Herausgeber: BU-Kosten.de. BU-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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Der Kosten-Check zeigt, was die BU für Ihr Profil nach unserer Erhebung typisch kostet und welche Rente zu Ihrem Netto passt – Büro- und akademische Berufe oft ab rund 45–60 € im Monat.

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