Inhalt (10 Abschnitte)
- Lohnt sich eine BU – was „lohnen“ hier heißen kann
- Was die BU im Leistungsfall zahlt – und was sie kostet
- Wie wahrscheinlich ist der Leistungsfall?
- Was ohne BU bleibt: die gesetzliche Absicherung
- Für wen die BU besonders wichtig ist – und wie Sie Hürden lösen
- Die Kostenseite transparent gelesen
- Der Preis des Wartens in Euro
- Lohnt sich die BU auch ohne Angst vor dem Ernstfall?
- Fünf Fragen zur Entscheidung
- So gehen Sie vor
- Beim Median unserer Erhebung (24.10.2026) kostet die BU 103,82 € im Monat, also 1.246 € im Jahr; eine Rente von 1.500 € zahlt 18.000 € im Jahr, rund das 14-Fache.
- Drei Modellfälle (Eintritt mit 35, 45, 55): Beiträge von rund 6.230 € bis 31.150 € stehen Renten von rund 576.000 € bis 216.000 € bis 67 gegenüber (ohne Dynamik, Beitragsbefreiung unterstellt) – ohne Aussage zur Wahrscheinlichkeit.
- Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente lag bei neu bewilligten Renten 2024 im Schnitt bei 1.041 €; 2024 standen 181.738 Bewilligungen 161.876 Ablehnungen gegenüber (rechnerisch 47 %).
- Rund 80 % der Anträge auf BU-Rente werden bewilligt (entschiedene Leistungsanträge).
Eine BU lohnt sich für die meisten Erwerbstätigen, denn das eigene Einkommen ist die Grundlage der Absicherung, und Rücklagen oder gesetzliche Leistungen tragen eine lange Berufsunfähigkeit selten; dabei ist sie bezahlbarer als viele denken – für Büro- und akademische Berufe oft ab rund 45–60 € im Monat (eigene Erhebung). Beim Median unserer Erhebung vom 24.10.2026 stehen 1.246 € Jahresbeitrag (103,82 € im Monat) einer Jahresrente von 18.000 € (bei 1.500 € Rente) gegenüber – rund das 14-Fache; die Wahrscheinlichkeit eines Leistungsfalls lässt sich für Sie persönlich nicht beziffern. Stand: Oktober 2026.
Lohnt sich eine BU – was „lohnen“ hier heißen kann
Die Frage vermischt zwei Dinge. „Lohnt sich“ im Sinne einer Rendite ist bei einer Risikoversicherung die falsche Frage: Wer nie berufsunfähig wird, hat Beiträge gezahlt und nichts erhalten, wie bei jeder Versicherung ohne Schaden. „Lohnt sich“ im Sinne von Schutz heißt: Steht der Beitrag in einem vertretbaren Verhältnis zu dem, was ein Leistungsfall für Sie bedeuten würde? Diese zweite Lesart lässt sich mit Zahlen beantworten. Wir stellen sie in drei Schritten dar: Was zahlt die BU, was kostet sie, und was fehlt ohne sie?
Was die BU im Leistungsfall zahlt – und was sie kostet
Die Tabelle stellt für den Median der Berufs-Mitten (103,82 € im Monat, Standardprofil: 30 Jahre, Nichtraucher, 1.500 € Rente, Endalter 67) drei Modellfälle gegenüber. Sie unterstellt, dass die Berufsunfähigkeit im jeweiligen Alter eintritt, dass die Rente ohne Dynamik bis 67 gezahlt wird und dass ab Leistungsbeginn keine Beiträge mehr anfallen (Beitragsbefreiung, wie sie in Bedingungen üblich ist; im Einzelfall zu prüfen). Die Modellfälle sind keine Wahrscheinlichkeitsaussage: Sie zeigen nur, wie sich Beitragssumme und Rentensumme zueinander verhalten, wenn ein Leistungsfall eintritt.
| Leistungsfall mit | Beiträge bis dahin | Rentenjahre bis 67 | Rente in Summe | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|
| 35 Jahren | rund 6.230 € | 32 | 576.000 € | rund 92-fach |
| 45 Jahren | rund 18.690 € | 22 | 396.000 € | rund 21-fach |
| 55 Jahren | rund 31.150 € | 12 | 216.000 € | rund 7-fach |
| kein Leistungsfall bis 67 | rund 46.100 € | 0 | 0 € | – |
Die Tabelle macht den Charakter der BU sichtbar: In allen drei Zeilen übersteigt die Rentensumme die Beiträge um ein Vielfaches – je früher der Leistungsfall, desto deutlicher; ohne Leistungsfall bleibt der Beitrag der Preis für Sicherheit. Dass die Verhältnisse so weit auseinanderliegen, erklärt, warum man die BU nicht an einem Durchschnitt, sondern am Ereignis misst. Für Berufe mit höherem Beitrag verschiebt sich das Bild: Beim Krankenpfleger (151,50 €) wäre das Verhältnis im Fall 55 Jahre rund 5-fach, beim Ingenieur (47,33 €) rund 15-fach. Mehr zu den Zahlen pro Monat finden Sie unter BU-Kosten pro Monat.
Wie wahrscheinlich ist der Leistungsfall?
Eine belastbare persönliche Wahrscheinlichkeit gibt es nicht. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) beziffert für privat BU-Versicherte: etwa jeder Vierte der privat BU-Versicherten (Spanne 15,8 % bis 28,5 %, Mittel 25 %); nicht auf die Gesamtbevölkerung oder einzelne Berufe übertragbar. Das gilt nach DAV nicht für die Gesamtbevölkerung und nicht für einzelne Berufe; zu Berufen liegen der DAV keine Daten vor. Die Datenbasis stammt aus der Tafel DAV 1997 I. Das häufigste Alter beim Eintritt der Berufsunfähigkeit liegt laut Finanztest bei 47 bis 55 Jahre (19.05.2026). Als Ursachen nennt Morgen & Morgen (Stand April 2026) psychische Erkrankungen mit 32,3 %, den Bewegungsapparat mit 17,6 % und Krebs mit 16,3 %, Unfälle nur mit 6,9 %. Daraus folgt: Die BU schützt vor allem vor Krankheit, nicht vor dem Unfall, an den viele zuerst denken. Und: Rund 80 % der Anträge werden bewilligt (rund 80 % der Anträge bewilligt); die Quote bezieht sich auf entschiedene Anträge und sagt nichts über Neuanträge.
Was ohne BU bleibt: die gesetzliche Absicherung
Die Gegenrechnung zur BU ist die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Sie ist keine BU und folgt anderen Regeln.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Durchschnittliche neu bewilligte Rente 2024 | 1.041 € pro Monat |
| Voraussetzung | 3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren und 5 Jahre allgemeine Wartezeit |
| Volle Erwerbsminderung | Arbeitsfähigkeit unter 3 Stunden täglich |
| Berufsschutz | nur für vor dem 2. Januar 1961 Geborene |
| Ablehnungsanteil 2024 | rechnerisch 47 % (161.876 Ablehnungen, 181.738 Bewilligungen, inkl. formaler Ablehnungen) |
| Abschlag bei Rentenbeginn vor 65 | 0,3 % je Monat vor Alter 65, höchstens 36 Monate (10,8 %) |
Für die Frage „lohnt sich die BU?“ ist der letzte Satz der Kern: Die gesetzliche Rente fragt nicht, ob Sie Ihren Beruf noch ausüben können, sondern ob Sie überhaupt noch arbeiten können, und sie sieht für die meisten Jahrgänge keinen Berufsschutz vor. Wie das im Einzelnen aussieht, erläutert Erwerbsminderungsrente: Voraussetzungen. Den Abstand zwischen Wunschrente und gesetzlicher Rente zeigt der BU-Rentenhöhe-Rechner.
Für wen die BU besonders wichtig ist – und wie Sie Hürden lösen
Besonders wichtig, wenn …
- das eigene Einkommen die Hauptquelle des Haushalts ist
- Kredite oder Familie laufen (BU und Familie, BU und Kredit)
- kein Berufsschutz in der gesetzlichen Rente besteht (Geburt ab dem 2. Januar 1961)
- Rücklagen für einen langen Ausfall fehlen
Hürden, die der Experte löst
- Budget knapp: Einstiegsrente wählen, später über die Nachversicherung erhöhen
- Teurer Beruf: Einstufungen vergleichen, Tätigkeitsbeschreibung prüfen
- Vorerkrankung: anonyme Risikovoranfrage vor dem Antrag
- BU nicht erhältlich: Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung als zweitbeste Absicherung
Die Liste ist eine Orientierung; Ihre persönliche Lage klärt der Experte im kostenlosen Gespräch. Bei Beamten spielt die Dienstunfähigkeitsversorgung eine eigene Rolle, die er mit Ihnen durchgeht. Die BU bleibt der Goldstandard; nur wenn sie nicht erreichbar ist, leisten Alternativen wie die Grundfähigkeitsversicherung anders und decken weniger.
Die Kostenseite transparent gelesen
Gut zu wissen, bevor Sie vergleichen: Der Zahlbeitrag kann bis zum Tarifbeitrag steigen; bei dem Rechner, der beide ausweist, lag dieser beim 1,515-Fachen. Preise unterscheiden sich je Anbieter erheblich: Im Median lag der teuerste Rechner je Beruf beim 1,4-Fachen des günstigsten. Wer die BU über Jahrzehnte hält, zahlt zehntausende Euro, ohne dass ein Leistungsfall eintritt, und Online-Preise gelten nur für Gesunde. Das gehört zur Planung dazu – der Experte vergleicht Zahl- und Tarifbeitrag für Sie. Wie die Preise zustande kommen, beschreibt Warum ist die BU so teuer?, wie man sie senkt BU-Beitrag senken.
Zur Einordnung der Modellfälle gehört eine Gegenfrage: Was wäre, wenn die Berufsunfähigkeit nur teilweise eintritt? Viele Bedingungen kennen eine Teilleistung erst ab einem bestimmten Grad; die Schwelle von 50 % steht nicht im Gesetz, sondern in den Versicherungsbedingungen und gilt als Marktstandard (Finanztest, 19.05.2026). Wer knapp darunter liegt, erhält nach dieser Logik nichts. Das ist kein Argument gegen die BU, wohl aber ein Grund, die Bedingungen zu lesen, statt nur den Preis zu vergleichen. Wie Sie ein Angebot prüfen, zeigt BU-Angebot prüfen.
Der Preis des Wartens in Euro
Zur Frage „lohnt sich die BU“ gehört auch die Frage „wann“. Aus den Altersfaktoren lässt sich ablesen, was ein späterer Abschluss pro Monat kostet. Das Beispiel Elektriker (Mitte, 1.500 € Rente, Endalter 67) zeigt es: Mit 25 Jahren rund 92,41 €, mit 30 rund 102,50 €, mit 35 rund 112,74 €, mit 40 rund 125,27 €, mit 45 rund 137,78 € und mit 50 rund 151,55 €. Die Werte für 25, 30 und 40 sind gemessen, die übrigen berechnet. Jedes Jahr Warten kostete in der Messung zwischen 30 und 40 Jahren etwa 1,4 bis 2,3 %. Das Warten zahlt sich also nicht aus, wenn der Bedarf feststeht: Jedes Jahr macht den Schutz etwas teurer. Wer unsicher ist, ob das Budget trägt, klärt das am besten jetzt mit dem Experten – mit einer Einstiegsrente lässt sich oft ein Weg finden. Die Alterswerte im Einzelnen stehen unter BU-Kosten nach Alter.
Lohnt sich die BU auch ohne Angst vor dem Ernstfall?
Eine Haltung, die wir häufig hören, lautet: „Mir passiert schon nichts.“ Die Daten verbieten es, diese Haltung zu verspotten oder zu bestätigen. Die DAV-Zahl gilt für privat BU-Versicherte, also eine Gruppe, die sich bewusst versichert hat; wie viele der Nichtversicherten betroffen wären, kann sie nicht sagen. Unabhängig davon bleibt die Rechnung: Wer das Risiko trägt, trägt es mit seinem Einkommen und seinen Rücklagen. Die Entscheidung ist keine über Wahrscheinlichkeiten, sondern über Tragfähigkeit. Hält der Haushalt einen Ausfall von Jahren aus? Wenn nein, ist die BU eine der wenigen Versicherungen, deren Fehlen den Lebensstandard dauerhaft verändert. Ob und wann bei Ihnen ein Leistungsfall eintritt, weiß niemand – deshalb ist früh abgesichert gut abgesichert.
Fünf Fragen zur Entscheidung
- Wie lange könnte ich bei Berufsunfähigkeit mit meinen Rücklagen und gesetzlichen Leistungen meinen Lebensstandard halten?
- Wer ist auf mein Einkommen angewiesen?
- Welche Rente brauche ich, abzüglich der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, die nicht sicher ist?
- Wie hoch darf der Beitrag samt Obergrenze sein, ohne dass ich ihn später aufgeben müsste?
- Was geschieht, wenn ich länger warte: Preis, Annahme, Gesundheitshistorie?
Wenn Sie die Fragen beantwortet haben, ist die Entscheidung keine Rechenaufgabe mehr, sondern eine Abwägung. Ein Experte aus dem Partnernetzwerk kann sie begleiten und Angebote vergleichen; wir empfehlen keinen Tarif und keinen Versicherer.
So gehen Sie vor
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Mein BU-Kosten-Kompass (PDF)Häufige Fragen
Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Sie lohnt sich, wenn Ihr Einkommen die wichtigste Grundlage Ihrer Absicherung ist und Rücklagen oder gesetzliche Leistungen eine längere Erwerbsunfähigkeit nicht tragen. Bei einer Mitte von 103,82 € im Monat stehen 1.246 € Jahresbeitrag 18.000 € Jahresrente (bei 1.500 € Rente) gegenüber.
Wie wahrscheinlich ist es, berufsunfähig zu werden?
Die Deutsche Aktuarvereinigung beziffert für privat BU-Versicherte etwa jeden Vierten (Spanne 15,8 bis 28,5 %); die Zahl ist nicht auf die Gesamtbevölkerung oder einzelne Berufe übertragbar (3.12.2018). Das häufigste Eintrittsalter liegt laut Finanztest bei 47 bis 55 Jahren.
Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht aus?
Sie lag bei neu bewilligten Renten 2024 im Schnitt bei 1.041 € und setzt in der Regel fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus; einen Berufsschutz gibt es nur für vor dem 2. Januar 1961 Geborene. Ob die Rente reicht, hängt von Ihrem Bedarf ab.
Für wen ist die BU besonders wichtig?
Für alle, deren Einkommen die Grundlage von Lebensstandard, Familie oder Kredit ist und bei denen Rücklagen einen langen Ausfall nicht tragen. Beamte klären zusätzlich die Dienstunfähigkeitsversorgung mit dem Experten; ist die BU nicht erreichbar, sind Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung die zweitbeste Absicherung.
Lohnt sich eine BU, wenn ich nie berufsunfähig werde?
Dann waren die Beiträge der Preis für Sicherheit, wie bei jeder Risikoversicherung. Eine Beitragsrückgewähr verändert das Ergebnis, macht den Vertrag aber teurer; die Mechanik beschreibt die Seite zur Beitragsrückgewähr.
Quellen
- Eigene Erhebung: BU-Beiträge nach Beruf in drei Online-Rechnern, Abruf 24.10.2026 – Methode und CSV auf der Datenseite
- Deutsche Aktuarvereinigung: Jeder Vierte wird berufsunfähig (Aktuar aktuell) – 03.12.2018
- Stiftung Warentest (Finanztest): Berufsunfähigkeitsversicherung im Test – 19.05.2026
- Rentenversicherungsbericht 2025 (BT-Drs. 21/3080), Bundestag hib 723/2025 – 22.12.2025
- BT-Drs. 21/1792: Antwort auf Kleine Anfrage 21/1357 (Statistik der DRV) – 23.09.2025
- § 43 SGB VI – Rente wegen Erwerbsminderung – abgerufen 24.10.2026
- § 240 SGB VI – Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit – abgerufen 24.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung (Beitrag nach Beruf, Alter und Rente, Netto und Brutto, Rentenhöhe, Steuer) (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler und kein Versicherer; Beitragswerte sind Ergebnisse unserer Erhebung in Online-Rechnern (24.10.2026) und kein Angebot. Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Herausgeber: BU-Kosten.de. BU-Kosten.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.